14.04.2021 11:11 |

Tests und Rücksicht

„Ost-Lockdown“: Burgenland öffnet am Montag wieder

Während Wien und Niederösterreich die bestehenden strengen Corona-Maßnahmen bis 2. Mai verlängert haben, möchte das Burgenland nun seine eigene Richtung einschlagen. Mit Montag sollen damit Schulen und Handel wieder starten. Möglich machen sollen das mehr Tests und Rücksichtnahme in der Bevölkerung. Man könne nicht mit letzter Konsequenz sagen, welche die richtigen Maßnahmen wären, müsse den Menschen aber eine Perspektive bieten, so Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ).

Bei den Beratungen um die Einführung eines „Ost-Lockdowns“ betonten Doskozil, Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) stets, dass sie zur Eindämmung der dramatischen Infektionslage auf einen „gemeinsamen Weg“ setzen wollen - das Burgenland schert aus dieser Linie aber nun aus.

Neustart am Montag
Man habe sich die Entscheidung sicherlich nicht einfach gemacht, verwies Doskozil im Rahmen einer Pressekonferenz auf die Einbindung von Experten. Mit Montag sollen nun Handel und Schulen in Österreichs östlichstem Bundesland wieder starten. Einen genauen Plan für die Schulen habe er noch nicht, verwies Doskozil auf die zuständige Bildungsdirektion - die Schülerinnen und Schüler sollen aber jedenfalls drei Mal pro Woche getestet werden.

Doskozil tritt für Zugangstests ein
Der Schritt aus dem Lockdown soll laut Doskozil durch eine optimierte Teststrategie ermöglicht werden. In dem Zusammenhang forderte er etwa die Bundesregierung dazu auf, die Zugangstests im Handel gesetzlich neu zu regeln. 

Auch in Betrieben soll vermehrt getestet werden. 60-70 Prozent der Bevölkerung im Burgenland soll regelmäßig und engmaschig getestet werden, so Doskozil. Dazu sollen auch die Testkapazitäten weiter erhöht werden.

„Plafond ist offenbar erreicht“
Sehe man sich die Fakten an, zeige sich, dass man es geschafft habe, eine „perfekte Entwicklung“ zu erreichen, so der Landeshauptmann. Der Rückgang der Infektionen übertrage sich auch bereits auf die Spitäler: „Der Plafond ist offenbar erreicht“. Die Situation auf den Intensivstationen habe sich mit einer gewissen Schwankungsbreite in den letzten Wochen aber kaum verändert - „das ist dramatisch“.

Mit der Pandemie leben lernen
Gemeinsam mit der Bevölkerung müsse auch die Politik lernen, mit der Pandemie umzugehen - indem man Verantwortung übernimmt, Maske trägt und Rücksicht nimmt. Es müsse für die Bevölkerung klar sein, dass es Antikörper, eine Impfung oder ein negatives Testergebnis braucht. „Das muss in die Köpfe rein“, so Doskozil.

„Bevölkerung Perspektive bieten“
„Alle Schritte bringen nichts, wenn die Bevölkerung das nicht akzeptiert und dann nicht mitgeht“, so Doskozil. „Wir wollen der Bevölkerung eine Perspektive bieten.“ Man müsse merken, dass es einen Schritt weiter geht, auch wenn man nicht „mit letzter Konsequenz“ sagen könne, welche Schritte nun die richtigen seien.

„Wenn wir sehen, dass die Entwicklung eine andere ist, müssen wir wieder die Stopptaste drücken“, erklärt der Landeshauptmann. Angst sei in der Krise ein schlechter Berater - man müsse aber den Mut haben, gewisse Entscheidungen zu treffen, begründete er den Schritt.

Lage in Spitälern weiter angespannt
Zuletzt war die viel beachtete Sieben-Tage-Inzidenz im Burgenland auf unter 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gesunken. Angespannt ist die Situation hingegen nach wie vor in den Krankenhäusern, vor allem auf den Intensivstationen.

Am Dienstag befanden sich 85 Corona-Kranke im Spital, 21 davon benötigten intensivmedizinische Behandlung. Das sind etwas weniger als in den vergangenen Tagen, die Auslastung der Intensivstationen ist aber weiterhin hoch.

Stephan Brodicky
Stephan Brodicky
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