14.04.2021 06:30 |

AMATEURFUSSBALL

„Die Verbandsspitze ist ohnmächtig!“

Franz Grad ist nicht nur Mäzen von Fußball-OÖ-Ligist ASKÖ Oedt, sondern auch Sponsor des Fußball-Landesverbandes.
Trotzdem lässt der Transport-Multi im Interview zur aktuellen Problematik kaum ein gutes Haar am Oberösterreichischen Fußballverband!

Herr Grad, 15 der 16 OÖ-Liga-Vereine plädieren für einen Saisonabbruch, einzig die ASKÖ Oedt schweigt zu diesem Thema.


Weil’s mir nicht um die Lohn- oder Aufwandsentschädigung geht, die man sich dadurch erspart, sondern um die Kinder. Warum denkt da keiner dran? Das verstehe ich nicht.

Was meinen Sie genau?

Ob bei uns in Traun am Oedtersee oder auf anderen zugänglichen Flächen spielen Kinder ohnedies Fußball. Da wäre es doch viel besser, sie könnten das in geordneten Bahnen tun. Warum sagt der Verband nicht, „wir sorgen dafür!“

Weil der Verband...

nur so mächtig ist, wie seine Spitze – und die ist bis auf Sportchef Raphael Koch ohnmächtig. Im OÖFV interessiert keinen Menschen, ob es die Vereine wirtschaftlich stemmen oder nicht. Weil alle aus geschützten Bereichen kommen und keiner je einen Verein geführt hat. Es musste nie einer Leistung erbringen oder sich Gedanken machen, woher das Geld kommt. Denn wenn der OÖFV keines hat, verkauft er – wie zuletzt – seine Anlage an den LASK.

Was laut Gerhard Götschhofer jedoch ein Win-win-Geschäft gewesen ist. Was halten Sie davon, dass er im Herbst erneut als OÖFV-Präsident kandidieren wird?

Erst hatte er ja angekündigt, nur noch eine Periode zu bleiben. Aber seit er in der Rente ist, will er diese honorig Position, die auch keine Arbeit ist, nicht aufgeben. Für 370 Vereine stellt sich nun die Frage, ob sie sich den Rentner antun wollen?

Was werfen Sie ihm vor?

Dass unter ihm nicht viel passiert ist, außer dass er das Tafelsilber verkauft hat. Aber es ist nicht mehr meine Intention, etwas zu bewegen. Zudem würde ein Neuer eine ganze Periode zu tun haben, um den Verband auf Vordermann zu bringen.

Ist das nicht zu hart?

Schau’n S’, wir bewegen uns keinen Schritt. Nehmen wir als Beispiel die Regionalliga: Die hat eine andere Zugehörigkeit als die Bundesliga, hängt aber natürlich trotzdem mit der zweiten Liga zusammen – und keiner versucht das zu lösen. Das ist ein Saustall. Doch dem ÖFB – der ebenfalls von einem Rentner geführt wird – interessieren diese Ligen nicht. Damit hat der Herr Windtner aber in diesem Fall sogar recht, weil jeder Landesverband ja sein eigener Kaiser ist und es überall andere Regeln gibt. Da müsste jemand sagen: „Wir müssen uns einigen!“ Aber unser Verband interessiert sich ja nicht einmal für die Kinder.

Georg Leblhuber
Georg Leblhuber
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