15.02.2021 08:01 |

„Auf Nummer sicher“

Wohnzimmertests ab 1. März gratis in Apotheken

Ab dem 1. März sollen Gratis-Selbsttests als Ergänzung der Teststrategie zur Verfügung gestellt werden. Laut Gesundheitsministerium soll es pro Person und Monat fünf kostenlose Wohnzimmertests geben. Diese seien aber nur zur Selbstkontrolle wie zum Beispiel vor Treffen mit Freunden. Für einen Friseurbesuch oder bei anderen körpernahen Dienstleistern sind die Selbsttests damit nicht geeignet, bzw. werden sie auch nicht anerkannt.

„Wir sind unter den Ländern, die am meisten testen in ganz Europa. Jetzt werden wir zusätzlich auch noch gratis Wohnzimmertests anbieten, so wird es einfach möglich, auch zu Hause auf Nummer sicher zu gehen“, so Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Aussendung.

Testen als Schlüssel zur Kontrolle
Intensives Testen sei der „Schlüssel zur bestmöglichen Kontrolle des Infektionsgeschehens“. Überhaupt werde das Testangebot laufend ausgebaut. So habe man bereits über 500 Teststationen in den Ländern und Gemeinden einrichten können. Zudem bieten mittlerweile schon mehr als 800 Apotheken bereits kostenlose Antigen-Selbsttests an.

Details erst im Laufe der Woche
Ob es für die Tests Altersgrenzen gibt, oder etwa auch Kinder welche erhalten, ist noch unklar. Aktuell werden die Voraussetzungen für das Angebot geschaffen, Details nächste Woche präsentiert. Auch das Testangebot für die Eintrittstests wird weiter ausgebaut. 490 Teststraßen stehen in Österreich aktuell zur Verfügung.

3,5 Millionen Corona-Tests erwartet
Die Eintrittstests für körpernahe Dienstleister würden schon jetzt für Rekorde bei den Testzahlen sorgen, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Alleine in der vergangenen Wochen seien zwei Millionen Tests an Schulen, Teststationen oder in Apotheken durchgeführt worden. Für diese Woche erwarte man sogar bis zu 3,5 Millionen Tests.

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Testungen sind aktuell unser wichtigster Wellenbrecher gegen eine massive Zunahme an Infektionen.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne)

Für Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sind die Tests derzeit der „wichtigste Wellenbrecher“ gegen eine massive Zunahme an Infektionen. Die Wohnzimmertests würden den Zugang zum Testen nun noch weiter erleichtern und die regelmäßige Selbstkontrolle erleichtern.

Auch Bildungsminister Heinz Faßmann konnte nach der ersten Woche Schultests eine positive Bilanz ziehen. Insgesamt konnten 400.000 Schüler getestet werden.

Senioren wünschen sich mehr Tests oder Impfung
Damit ist zumindest teilweise eine lange Forderung von SPÖ und Pensionistenverband erfüllt. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hatte die Wohnzimmertests für zu Hause schon Anfang Dezember gefordert: „Ich will, dass Österreich sicher durch die Krise kommt. Jetzt braucht es den nächsten Schritt: Die Wohnzimmertests sollten als Zutrittstests gelten.“

Denn: „Vielen Senioren - vor allem am Land - sind die kilometerlangen Wege zur nächsten Teststation nicht zumutbar“, erklärt Peter Kostelka, Präsident des Pensionistenverbands. Er würde sich deshalb eine Erweiterung des Angebots wünschen - nämlich zehn Tests im Monat und die Möglichkeit, diese direkt bei den Dienstleistern vorzunehmen. Denn „bevor nicht breit geimpft wird, steht das Testen im Vordergrund“, sagt Kostelka und spricht damit den nächsten wunden Punkt an.

Viele Senioren seien durch fehlende Informationen zu Impfterminen verunsichert. „Ich bin über 90 Jahre alt und warte auf die Impfung. Die Regierung hat schon so viel versprochen, bei dem Schneckentempo glaub ich nicht, dass es bald so weit ist, denn ich habe noch keinen Termin. Wann werde ich geimpft?“, das sei nur eine von unzähligen Fragen, die den Verband erreichen.

Martin Grob
Martin Grob
Anna Haselwanter
Anna Haselwanter
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