Südstadt-Comeback

Schösswendter: „Bin dankbar für den Wahnsinn“

Nach seiner mehr als respektlosen Demontage bei der Admira kehrt Christoph Schösswendter heute mit der Austria in die Südstadt zurück Der Routinier spricht mit der „Krone“ über alte Freunde, Diktatur und neues Leben in Violett. Er zeigt sich „dankbar für den Wahnsinn“.

Wenn Christoph Schösswendter heute mit der Austria in die Südstadt, die insgesamt fünf Jahre lang sein Arbeitsplatz war, zurückkehrt, begleitet ihn Vorfreude. „Weil ich diejenigen nach wie vor sehr schätze, die für mich wirklich die Admira darstellen.“ Ehemalige Kollegen, Leute im Umfeld, nicht alle . . .

„In einer Diktatur ...“
Rückblick: Nach der zweiten Herbstrunde durfte der Abwehrchef auf Anordnung von Admiras Mastermind Felix Magath nicht mehr mit der Mannschaft trainieren. Der respektlose Gipfel einer Ablehnung, die damit begann, dass Schösswendter als mündiges Mitglied des Mannschaftsrats die zu kippen drohende Stimmung innerhalb des Teams aufzeigte. „So was kommt in einer Diktatur nicht gut an. Als Reaktion wird versucht, Menschen zu brechen.“ Hart, aber wahr.

Der 32-Jährige löste am letzten Tag der Transferzeit seinen Vertrag auf, um sich nicht die Zukunft zu verbauen, und fand wenige Tage später bei Austrias Sportchef Peter Stöger die verloren gegangene Wertschätzung wieder. „Irgendwie bin ich sogar dankbar für den Wahnsinn, denn, ohne der Admira nahetreten zu wollen, eröffnete er mir doch auch einen Aufstieg.“

Kein Training versäumt
Bei der Austria versäumte er noch kein einziges Training, während ihm Magath einst fehlende Fitness unterstellt hatte. Bereits in der abschließenden Dezember-Runde setzte Stöger auf Schösswendter. Wie beim 1:0 zuletzt in Ried. Gefiel dem Hünen. „Weil die Mannschaft bei diesem Sieg trotz aller Probleme zeigte, dass Leben in ihr steckt.“ Wohl auch weil seine Mündigkeit wieder gefragt ist ...

Hannes Steiner, Kronen Zeitung

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