16.01.2021 19:53 |

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Unwahrheiten und Lügen: Impf-Mythen im Faktencheck

Während die Politik mithilfe von Experten und viel Aufklärungsarbeit versucht, die Menschen in Österreich für die Corona-Impfung zu begeistern, herrscht in der Bevölkerung noch immer viel Unsicherheit vor. Schuld daran sind unter anderem die zahlreichen falschen Behauptungen über die Impfung, die sich im Internet rasend schnell verbreiten. Ein prüfender Blick auf die gängigsten Impf-Mythen entlarvt diese jedoch schnell als unseriös und falsch.

Behauptung: Die Corona-Impfstoffe können bei Frauen zu Unfruchtbarkeit führen.
Antwort: Das ist falsch. Die Behauptung stützt sich auf die im Internet verbreitete Argumentation, dass die durch die Impfung entstandenen Antikörper ein bestimmtes Protein namens Syncytin angreifen, das wichtig für die Bildung der Plazenta ist. Seriöse Wissenschaftler, wie zum Beispiel vom deutschen Paul-Ehrlich-Institut, widersprechen dieser Behauptung jedoch vehement.

Das körpereigene Syncytin unterscheide sich wesentlich von dem Protein, das im Coronavirus enthalten sei. Außerdem müsste dann theoretisch jede Frau unfruchtbar sein, die bereits an Covid-19 erkrankt war. Dafür gebe es aber überhaupt keine Hinweise.

Behauptung: Eine mRNA-Impfung, wie jene von Moderna oder Biontech, führt zu Genveränderungen.
Antwort: Das ist ausgeschlossen. Bei einer mRNA-basierten Impfung werden keine abgetöteten Coronaviren in den Körper injiziert, sondern nur die Bauanleitung für einen Bestandteil des Virus, damit der Körper den Erreger gezielt abwehren kann. Die Informationen der RNA können dabei nicht in die menschliche DNA eingebaut werden.

Video: Molekularbiologe Martin Moder erklärt, warum die Impfung nicht das Erbgut verändert

Behauptung: Bei den Testläufen sind sechs Menschen am Biontech-Impfstoff gestorben.
Antwort: Das ist falsch. An der Phase-3-Studie von Biontech nahmen 43.448 Menschen teil. Im Studienzeitraum zwischen Ende April und Mitte November 2020 starben tatsächlich sechs der Teilnehmer, allerdings nicht an der Impfung. Laut der US-Arzneimittelbehörde FDA gebe es „keinen Zusammenhang“ zwischen den Todesfällen und den Impfungen, was noch einmal dadurch verdeutlicht wird, dass vier Tote aus einer Vergleichsgruppe stammten, die gar keinen echten Impfstoff, sondern ein Placebo erhielten.

Behauptung: Die schnelle Zulassung des mRNA-Impfstoffs macht das Präparat unsicher.
Antwort: Das ist falsch. Wegen der Dringlichkeit gab es zwar einen beschleunigten Zulassungsprozess für die Corona-Impfstoffe, wegen eines sogenannten Rolling-Review-Verfahrens waren die Arzneimittelhersteller aber schon vor der vollständigen Zulassung dazu in der Lage, einzelne Berichte über Qualität, Unbedenklichkeit und Wirksamkeit ihrer Präparate einzureichen. Dadurch wurden bereits während der Entwicklung neue Erkenntnisse geprüft. Anders als in Großbritannien oder in den USA, gab es in der EU auch keine Notfallzulassung, sondern eine bedingte Marktzulassung.

Behauptung: Derzeit ist noch völlig unklar, mit welchen Langzeitfolgen nach der Impfung zu rechnen ist.
Antwort: Auch diese Behauptung entspricht nicht der Wahrheit. Im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ gab die deutsche Virologin Sandra Ciesek Entwarnung. Mit negativen Langzeitfolgen nach der Impfung sei „nicht zu rechnen“, weil Nebenwirkungen bereits kurze Zeit nach der Impfung auftreten würden. Die Reaktionen auf eine Impfung würden zudem nicht Jahre später, sondern Stunden oder in einigen Fällen Tage nach der Impfung auftreten. Eine allergische Reaktion könne es zwar „bei jeder Impfung geben“, meistens handle es sich dabei aber um Menschen, die ohnehin als Allergiker bekannt seien.

Ganz im Gegensatz zur Impfung warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) übrigens vor negativen Langzeitfolgen nach einer Infektion mit dem Coronavirus. Für eine bedeutende Zahl von Menschen habe das Virus eine Reihe „ernsthafter Langzeitfolgen“, wie zum Beispiel Erschöpfung, Atemprobleme, Herzrasen oder Gedächtnisschwierigkeiten.

Martin Grob
Martin Grob
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