14.01.2021 05:45 |

Vakzine weitergegeben

Kärntner Heim impfte Angehörige statt Mitarbeiter!

In einem Pflegewohnheim in Kärnten wurden am Dienstag 120 externe Personen gegen das Covid-Virus geimpft - deshalb war für mehrere Mitarbeiter kein Impfstoff mehr übrig.

Für heftigen Wirbel sorgt ein Impf-Debakel in einem Pflegeheim in Kärnten: Am Dienstag hätten dort Bewohner und Mitarbeiter gegen das Coronavirus geimpft werden sollen, die sich bereits Mitte Dezember freiwillig gemeldet hatten. Für einige von ihnen waren aber keine Impfdosen übrig - offenbar, weil externe Personen vorgezogen worden waren. Das berichtet zumindest eine Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte.

Betroffene Mitarbeiterin erzählt
Gegenüber der „Krone“ sagt sie: „In der Früh wurde der Termin von unserer Chefin noch bestätigt, doch dann wurden wir den ganzen Tag vertröstet, bis es am Abend hieß: ,Wir haben auf euch vergessen, es gibt keinen Impfstoff mehr.‘ Und das, obwohl bereits im Dezember genügend Dosen bestellt worden sind!“

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Den ganzen Tag über kamen Fremde ins Heim, um sich impfen zu lassen. Das sah aus wie ein Familienausflug.

Eine betroffene Mitarbeiterin

120 Angehörige geimpft
Dass impfwillige Mitarbeiter nicht geimpft worden seien, stimme sicher nicht, sagt die Heimleitung. Wohl aber sei Angehörigen von Bewohnern die begehrte Corona-Impfung verabreicht worden: „Am Dienstag wurden in dem betroffenen Heim 120 Angehörige geimpft. Es war von Haus aus vorgesehen, dass übrig gebliebene Impfdosen an Angehörige gehen, dafür gab es auch eine Anmeldeliste.“

Land überrascht
Beim Land Kärnten zeigt man sich davon völlig überrascht: „Bevor eine Impfdosis weggeschmissen wird, ist es besser, sie spontan Impfwilligen - ob Mitarbeiter, Bewohner oder Angehörige - zu verabreichen. Dass 120 Dosen übrig bleiben, ist aber unmöglich!“ Erhebungen wurden eingeleitet.

Auch für Angehörige gibt’s Voraussetzungen
Verwundert zeigt man sich auch seitens des Gesundheitsministeriums: So sei das nicht vorgesehen, heißt es. Generell sei die Devise, jeglichen Impfstoff zu verimpfen und nicht wegzuwerfen, somit könnten zwar auch Angehörige an die Reihe kommen - allerdings gebe es auch hier gewisse Voraussetzungen, und es könne sich auch immer nur um Einzelfälle mit „ein, zwei übrig gebliebenen Impfdosen“ handeln. In der Verantwortung sieht man hier aber die Heime selbst und deren Impfverantwortliche sowie die Impfkoordinatoren des jeweiligen Landes.

Clara Milena Steiner
Clara Milena Steiner
Silvia Schober
Silvia Schober
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