01.12.2020 20:57 |

Lenker festgenommen

Amokfahrt in Trier: Baby unter den fünf Toten

In der deutschen Stadt Trier ist am Dienstag ein Autofahrer in eine Fußgängerzone gerast. Dabei kamen laut jüngsten Angaben fünf Menschen ums Leben, mehr als 15 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Unter den Todesopfern befindet sich auch ein neun Wochen altes Baby. Der Fahrer des Wagens, ein 51-jähriger Deutscher, ist in Haft. Das Auto wurde beschlagnahmt. Am Dienstagabend gab die Staatsanwaltschaft im Rahmen einer Pressekonferenz weitere Details bekannt. So war der Amokfahrer stark alkoholisiert.

Der Lenker fuhr den Angaben zufolge mit seinem SUV rund einen Kilometer durch die Fußgängerzone und benutzte sein Fahrzeug als Waffe, um „wahllos“ Menschen anzufahren. Roger Lewentz, Innenminister von Rheinland-Pfalz, fügte hinzu: „Die Zickzacklinien waren gezielt gewählt, um Menschen zu suchen und ihnen weh zu tun."

Mutter des Babys liegt im Krankenhaus
Die Hintergründe sind noch unklar, derzeit geht man aber nicht von einem religiösen oder politischen Motiv aus. Laut Staatsanwaltschaft gibt es Anzeichen für eine psychische Störung des Beschuldigten. Zu den Todesopfern zählen neben dem Baby eine 73 Jahre alte Frau, eine 25-Jährige, eine 52 Jahre alte Frau und ein 45 Jahre alter Mann aus Trier. Über den Tod der 52-Jährigen informierte die Polizei am späten Dienstagabend. Neben den fünf Todesopfern gibt es 15 weitere Menschen, die zum Teil schwer verletzt wurden. Auch die Mutter des Babys liegt den Behördenangaben zufolge im Krankenhaus.

Mann wehrte sich gegen die Festnahme
Der Lenker habe sich bei der Festnahme gewehrt. Er stamme aus der Umgebung der Stadt, teilte die Polizei mit. Der 51-Jährige hatte die vergangenen Tage nach Angaben der Polizei in einem Auto verbracht. Dies bestätigte auch Franz-Dieter Ankner, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Trier, bei der Pressekonferenz: Der Verdächtige habe die Zeit nicht in einer Wohnung verbracht. Das Fahrzeug, mit dem er durch die Fußgängerzone gerast war, sei nicht auf den Tatverdächtigen zugelassen, dieser habe aber die Erlaubnis des Zulassungsbesitzers zum Betrieb gehabt, hieß es.

„Menschen sind durch die Luft geflogen“
Auf Twitter wurden Videos und Fotos gepostet, die beschädigte Geschäfte in der Fußgängerzone sowie Rettungsfahrzeuge zeigen. Der „Triersche Volksfreund“ zitierte einen Augenzeugen, der von einem Range-Rover-Geländewagen sprach, der in die Zone gerast sei. Menschen seien durch die Luft geflogen.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe zeigte sich erschüttert: „Es bot sich ein Bild des Grauens. Es war einfach nur schrecklich.“ Er habe einen Kinderschuh auf der Straße liegen sehen. „Das Mädchen dazu ist tot“, sagte er unter Tränen. Auch die Polizei bestätigte, dass mindestens ein Kind unter den Toten sei.

Merkel: „Nachrichten aus Trier machen mich sehr traurig“
Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich bestürzt: „Die Nachrichten aus Trier machen mich sehr traurig. Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen der Menschen, die so jäh und gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden.“ Regierungssprecher Steffen Seibert reagierte auf Twitter fassungslos: „Die Gedanken sind bei den Angehörigen der Todesopfer, bei den zahlreichen Verletzten und bei allen, die in diesem Moment im Einsatz sind, um die Betroffenen zu versorgen.“

Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften stand im Einsatz. Bewohner wurden aufgefordert, während der Spurensicherung das Gebiet zu meiden. Eine Gefahr bestand nach der Festnahme des Verdächtigen aber nicht mehr, hieß es.

 krone.at
krone.at
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).