28.11.2020 06:00 |

Testmarathon in Wien

Hacker: „Von unserer Seite wird Zeitplan halten“

Geht es nach Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ), soll der Plan, am 2. Dezember mit den Massentests in Wien zu starten, halten. Das Bundesheer stellt für die Test-Tage etwa 2500 Personen bereit. Dass Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) erst aus den Medien vom Starttermin erfahren habe, bestreitet Hacker.

Ab kommendem Mittwoch sollen die Massentests in Wien als erstem Bundesland starten. Der Grund für den frühen Termin ist simpel: „Wir gehen davon aus, dass die Bereitschaft, sich testen zu lassen, abnimmt, je näher man an Weihnachten kommt“, meint Stadtrat Hacker. Niemand wolle die Feiertage schließlich in Quarantäne verbringen. „Von unserer Seite wird dieser Zeitplan halten. Wir haben gestern einen konkreten Vorschlag gemacht, wie die von Bundeskanzler Kurz gewünschten Massentests überhaupt möglich werden“, erklärt Hacker.

150.000 Tests täglich
Drei Teststraßen werden dafür zusätzlich eingerichtet: in der Messe Wien in der Leopoldstadt, in St. Marx im 3. Bezirk sowie bei der Stadthalle im 15. Bezirk. Insgesamt 300 Walk-in-Lanes mit einer Kapazität von 500 Testungen pro Lane pro Tag bedeuten 150.000 Tests täglich. „Innerhalb von zwölf Tagen können somit 1,2 Millionen Wiener getestet werden“, so Hacker. Als Richtschnur wurde die Massentestung in Südtirol genommen, wo 60 Prozent der Bevölkerung mitgemacht haben. „Das wären also 1,2 Millionen Menschen in Wien.“

Tanners „Verwunderung ist selbst verwunderlich“
Das Bundesheer stellt für die Durchführung der Antigen-Tests bis zu 2500 Personen zu Verfügung. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) zeigte sich in einer Stellungnahme überrascht über die Wiener Pläne. Sie habe diese erst aus den Medien erfahren. „Stimmt nicht“, betont Hacker. Es habe am Mittwoch um 17.35 Uhr ein Telefongespräch mit ihr gegeben. „Abgesehen davon, hat Sebastian Kurz die Massentests am 15. November angekündigt. Ihre Verwunderung, dass die Bundesländer dies nun umsetzen, ist, nun ja, selbst verwunderlich.“

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Wir rechnen mit einem Prozent an positiven Fällen, also 12.000 Menschen.

Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ)

Die Stadt Wien steuert zusätzliche 200 Personen an medizinischem Personal bei. Sie übernimmt auch die Abklärung von positiven Tests, Quarantäne-Bescheide und Contact-Tracing. „Wir rechnen mit einem Prozent an positiven Fällen, also 12.000 Menschen. Wir sind aber auch für mehr ausgerichtet“, so Hacker. Die Kosten für die Massentests übernimmt zur Gänze der Bund.

3360 Covid-Tests in den Checkboxen
Die Auslastung der sechs Grippe- und Covid-Checkboxen liegt bei 100 Prozent. In den vorigen zwei Wochen wurden dort 3360 Corona-Tests durchgeführt. 254 davon waren positiv.

Viktoria Graf, Kronen Zeitung

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