Anzeigen, Ermittlungen

Waffe bei Dreh: Polizei auf das Schlimmste gefasst

Da hätte eine falsche Bewegung gereicht und der lustige Videodreh im Süden von Linz hätte mit Schwerverletzten oder Toten geendet. Denn die Polizei war, nachdem sie wegen zweier Männern mit einer Kalaschnikow alarmiert worden war, aufs Schlimmste gefasst. Jetzt ermittelt der Verfassungsschutz gegen die Verdächtigen.

„Neben Anzeigen wegen Ordnungsstörung wird auch das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung aktiv“, heißt es seitens der Polizei nach der irrwitzigen Aktion des 25-jährigen Nigerianers und des 31-jährigen Jamaikaners. Das Duo war – wie berichtet – im Linzer Stadtteil Neue Heimat bei Einbruch der Nacht mit einer Attrappe eines solchen russischen Sturmgewehrs herumgelaufen. Bei Zeugen gab es Panik, und bei der Landesleitzentrale gingen Notrufe ein.

„Notstopp“ wegen Alarm
Alle Polizeistreifen in Linz mussten stoppen, die Beamten zogen sich ihre kugelsicheren Westen und die Schutzhelme an. Erst dann ging’s weiter zum vermeintlichen Terroranschlag oder Amoklauf.

„Bilder vonWien haben noch alle im Kopf
„Die Bilder von Wien hat noch jeder im Kopf, da kann so eine Aktion schlimm enden“, sind Linzer Polizisten fassungslos. Denn niemand wusste, dass es sich nur um einen Plastik-Nachbau einer Kalaschnikow handelte. „Diese Spielzeugwaffen - oft Softguns oder auch Gaspistolen - sehen echten zum Verwechseln ähnlich. Wenn da einer eine falsche Bewegung macht, nicht auszudenken!“ Immerhin gilt auch in Oberösterreich derzeit die höchste Terrorwarnstufe, und Cobra-Polizisten bewachen unter anderem das Linzer Landhaus, die Synagoge und das französische Konsulat.

14-Jähriger hatte Pistole im Hosenbund
Solche Aktionen sind leider keine Seltenheit. Nur fünf Tage nach dem Wiener Amoklauf hatte ein 14-Jähriger in Pasching in der Klasse mit einer Pistole auf seine Lehrerin gezielt. Polizisten fassten den Buben, der die Schreckschusswaffe im Hosenbund hatte. Der Teenager wurde für vier Wochen von der Schule suspendiert.

In Sattledt wurden im Sommer zwei Supermärkte und eine Bankfiliale evakuiert, nachdem Schüsse gefallen waren. Ein Verdächtiger (59) soll aufs Nachbarhaus geschossen haben. Und erst am vergangenen Donnerstag zielten Polizisten in Traun auf einen Slowaken (26), als dieser mit einer echt aussehenden Softgun-Pistole Passanten bedrohte - er legte zum Glück die Waffe nieder.

 OÖ-Krone
OÖ-Krone
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Montag, 30. November 2020
Wetter Symbol