05.11.2020 08:37 |

Aufruhr in Arizona

Bewaffnete Trump-Fans bei Demo vor Wahlbehörde

Während im Inneren noch die Stimmen zur US-Wahl ausgezählt werden, hat sich eine große Gruppe Anhänger des amtierenden Präsidenten Donald Trump vor einem Behördengebäude im Zentrum des US-Bundesstaates Arizona versammelt. Einige von ihnen waren bewaffnet, manche hatten sogar Automatikgewehre bei sich. Zuvor hatte Trump mit Kommentaren auf Twitter behauptet, dass durch die Auszählung der Briefwahlstimmen Wahlbetrug betrieben werde. Zudem liegt sein Kontrahent Joe Biden in dem Bundesstaat vorne - ein Sieg dort wäre der vorletzte Schritt zum Triumph des Herausforderers.

Mit unbelegten Meldungen hatte Trump die Stimmung angeheizt. Er will in mehreren Bundesstaaten neu auszählen lassen und behauptete zudem, in Michigan sei eine „große Anzahl“ Stimmzettel heimlich weggeschmissen worden.

Daraufhin versammelten sich Dutzende auf dem Parkplatz vor dem Gebäude im Bezirk Maricopa County, zu dem unter anderem die Stadt Phoenix gehört. Manche von ihnen waren nach Informationen von CNN bewaffnet - in Arizona ist es erlaubt, Waffen offen zu tragen.

Video: Auszählung der Stimmzettel im Bundesstaat Arizona

Auslöser dürfte neben Trumps Vorwürfen sein, dass - noch während die Auszählung in Arizona lief und nach wie vor läuft - die elf Wahlleute des Bundesstaates von der Nachrichtenagentur AP und dem Sender Fox News bereits Biden zugeschlagen wurden. Biden führt nach den bisher ausgezählten Stimmen, sein Vorsprung war aber zeitweise geschrumpft. 2016 war Arizona an Trump gegangen.

Gebäude wurde abgeriegelt
Die Wahlbehörde des Maricopa County betonte, dass die Stimmenauszählung fortgesetzt werde. Das Gebäude wurde abgeriegelt und die Journalisten mussten es verlassen. 

Mit den elf Wahlleuten von Arizona bräuchte Biden nur noch einen weiteren Bundesstaat, um die Präsidentenwahl zu gewinnen. Er führt auch knapp in Nevada - die sechs Wahlleute dort würden für eine Punktlandung und einen Sieg Bidens reichen - und holt in Pennsylvania und Georgia auf. Die Auszählung in den Bundesstaaten könnte aber noch einige Zeit dauern.

Festnahmen auch in Portland und New York City
Zu Protesten kam es außerdem in Portland im Bundesstaat Oregon (siehe Video ganz oben), wo die Polizei zehn Personen verhaftete und waffentaugliches Material sicherstellte. In New York City wurden bei Protesten nach Polizeiangaben 50 Personen festgenommen. Auch in Atlanta, der Hauptstadt des Bundesstaates Georgia, Detroit (Michigan) und Oakland in Kalifornien kam es zu Demonstrationen. Bei den meisten dieser Kundgebungen forderten die Teilnehmer, dass die Auszählung der Stimmen in den noch offenen Bundesstaaten fortgesetzt wird. In Washington kam es schon in der Wahlnacht zu Demonstrationen.

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