14.09.2020 14:21 |

Alles ist anders

Warum Thiem-Sieg eine neue Tennis-Ära markiert

Dominic Thiems Sieg bei den US Open könnte kaum überbewertet werden. Nein, mit diesem Triumph zeichnet sich eigentlich auch der Beginn einer neuen Ära ab. Die der „Nineties-Babies“.

Dominic Thiem ist der erste in den Neunzigerjahren geborene Grand-Slam-Sieger. Es hätten viele aus dieser Generation als der erste Major-Triumphator hervorgehen können. Der Grieche Stefanos Tsitsipas, der Russe Daniil Medwedew oder eben der große Gegner Alexander Zverev. Aber keiner der aufgezählten Stars schaffte es, als erstes „Nineties-Baby“ ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Diese Hürde konnte nur Dominic Thiem nehmen.

Serie der „Big-3“ gebrochen
Dominic Thiem ist nach dreizehn Grand-Slam-Finali der Erste, der einen Major gewinnen konnte und nicht Rafael Nadal, Roger Federer oder Novak Djokovic heißt. Seit 2006 gelang das nur Andy Murray (Wimbledon 2013, 2016, US Open 2012), Marin Cilic (US Open 2014) und Juan Martin del Potro (ARG/US Open 2009). Djokovic hatte gute Chancen auch diesmal, er hatte sich aber selbst aus dem Bewerb gekegelt.

Neue Zeitrechnung bei den US Open
Mit Thiems „Finale Furioso“ beginnt auch bei den US Open eine neue Zeitrechnung. Denn zuletzt konnte beim New Yorker Turnier ein gewisser Pancho Gonzalez vom Boden aufstehen und nach zwei verlorenen Sätzen das Spiel drehen: Der US-Amerikaner schaffte das im Jahre 1949 gegen seinen Landsmann Ted Schroeder: (16:18, 2:6, 6:1, 6:2, 6:4). Das war also vor exakt 71 Jahren.

Erster Grand-Slam-Sieger der Corona-Zeit
Bei den Australian Open (Thiem stand im Finale) waren wir noch mit den Waldbränden des Kontinents beschäftigt. Obwohl das Coronavirus in diesem Weltteil schon seit Oktober ein Thema war. Seit dem Ausbruch in China. Die Tennis-Welt wurde komplett von den Auswirkungen der Pandemie erschüttert. Die ATP-Tour stand still und neue Regeln wurden erschaffen, um überhaupt Spielen zu können. Wimbledon wurde abgesagt, Roland Garros auf Ende September verschoben. Es war Thiem, der sich am besten an die neuen Verhältnisse adaptierte. Er spielte ein Einladungsturnier nach dem anderen, blieb in Form, während manche Kollegen nicht einmal richtig trainieren konnten. Er konnte so vieles ausprobieren und seine Form für die US Open optimieren.

Erster Österreicher nach Thomas Muster
25 Jahre nach dem Paris-Triumph von Thomas Muster ist wieder ein Österreicher an der Tennis-Spitze angekommen. Interessant: Auch Thomas Muster war bei seinem Grand-Slam-Sieg 27 Jahre alt. Damals gab es das alles entscheidende Tiebreak noch nicht. Es wurde gespielt, bis zwei Games Unterschied zwischen den Kontrahenten war. In Paris gewann Muster gegen Chang in drei Sätzen, 7:5, 6.2, 6:4, bei Dominic wurde es ein bisschen spannender.

Und er ist auch der erste Österreicher, der bei den US Open gewinnen konnte. In einer Nacht, die so schnell in Österreich keiner vergisst.

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