10.09.2020 11:08 |

Fast 4000 Fälle

Rekordzahlen: Israel droht ein neuer Lockdown

Die Corona-Fälle in Israel steigen immer weiter an und erreichten am Mittwoch den Rekordwert von fast 4000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Es war der zweite Tag in Folge, an dem die Behörden den jeweils höchsten Ein-Tages-Wert seit Beginn der Pandemie verzeichneten. Der führende Corona-Experte in Israel, Ronni Gamzu, forderte bereits einen erneuten einmonatigen Lockdown im ganzen Land. Die Gesundheitsbehörden wollen alle Schulen, Restaurants, Einkaufszentren und Märkte schließen. 

Auch die Kapazität der öffentlichen Verkehrsmittel soll auf 40 Prozent verringert werden. Es sollen lediglich öffentliche Plätze wie Strände und Parks geöffnet bleiben. Gamzu möchte dem Kabinett am Donnerstag den landesweiten Lockdown vorschlagen, der am jüdischen Neujahrstag am 18. September beginnen soll.

Corona-Experte in Quarantäne
Gamzu befindet sich derzeit in Corona-Quarantäne, weil er mit einem Infizierten in Kontakt gekommen war. Dasselbe gilt für Gesundheitsminister Yuli Edelstein sowie sechs weitere ranghohe Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums.

Nächtliche Ausgangssperren beschlossen
Am Dienstagabend waren in 40 besonders betroffenen Ortschaften nächtliche Ausgangssperren in Kraft getreten. Die Menschen dürfen sich zwischen 19 Uhr abends und 5 Uhr morgens nicht mehr als einen halben Kilometer von ihrem Zuhause entfernen. Es ist lediglich der Kauf von Lebensmitteln und Medikamenten erlaubt sowie der Gang zum Arzt.

Schulen in 40 Orten geschlossen
Bisher schlossen die Behörden bereits Schulen in 40 Ortschaften. Von den hohen Infektionszahlen sind vor allem arabische und streng religiöse jüdische Wohnorte betroffen. Dort leben Familien mit vielen Kindern, die sich häufig auf engem Raum in kleineren Wohnungen aufhalten. 

Die Pandemie war in Israel auch wegen eines strikten Kurses der Regierung zunächst glimpflich verlaufen. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. Israel zählt auch zur Gruppe der „First Movers“ rund um Österreich, deren Regierungschefs sich in mehreren Videokonferenzen abstimmten.

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