27.09.2020 06:01 |

Schnell geknackt

Das sind die zehn unsichersten Router-Passwörter

Ob öffentliches WLAN oder privates Funknetz in den eigenen vier Wänden: Router sind die Torwächter ins Netzwerk. Doch häufig setzen diese wichtigen Geräte beim Schutz vor unerlaubtem Zugriff lediglich auf ein Passwort, um auf die Administrationsoberfläche zu gelangen. Das kann fatale Folgen haben: Jeder, der das Kennwort weiß oder errät, erhält den Zugriff auf das gesamte Netzwerk. Dass dies mitunter sehr einfach gelingt, zeigt eine Auswertung des Sicherheitsanbieters ESET, der die Top 10 der schwachen Router-Passwörter ermittelt hat.

Der WLAN-Router ist die Schaltzentrale des heimischen Netzwerks und zuständig für die Internetversorgung in den eigenen vier Wänden. Auch Smart-Home-Geräte von Sicherheitskameras über Heizanlagen bis hin zu Schließsystemen werden über Router gesteuert und verwaltet. Diese zentrale Rolle und der rasant steigende Einsatz solcher Anwendungen machen den Router zu einem beliebten Ziel für Cyberkriminelle. Bei dem oftmals laschen Umgang von Anwendern mit der Passwortsicherheit wundere es allerdings nicht, dass Angriffe zunähmen, hält ESET fest.

Der Sicherheitsanbieter untersuchte mithilfe seines hauseigenen Tools, dem ESET Netzwerk-Scanner, mehr als 100.000 Router - und stellte dabei fest, dass Tausende von ihnen lediglich durch ein Standard-Passwort geschützt sind, was besonders prekär ist, da viele der Geräte häufig über Jahre hinweg ohne Veränderung im Einsatz sind.

„Gängige Kennwörter bieten keinen Schutz“
„Router sollten niemals mit werksseitig eingerichteten oder schwachen Passwörtern betrieben werden. Auch der Benutzername sollte, wenn möglich, individualisiert werden“, erklärt Michael Schröder von ESET. „Gängige Kennwörter sind die ersten, die Cyberkriminelle ausprobieren und bieten keinen Schutz. Gerade WLAN-Schlüssel und Administrator-Passwörter sollten daher bereits bei der Einrichtung individuell vergeben werden.“ Keinesfalls sollte das Kennwort genutzt werden, das der Hersteller mit dem Gerät ausgeliefert hat.

So wählen Sie ein sicheres Router-Passwort
Wie für andere Passwörter auch gilt: Ein gutes Router-Passwort sollte mindestens acht bis zwölf Zeichen lang sein. Der Sicherheitsanbieter empfiehlt Anwendern, sich einen Satz zu überlegen, der mindestens eine Zahl enthält, und sich gut merken lässt. Zum Beispiel: „Am liebsten esse ich Pizza mit vier Zutaten und extra Käse!“. Nehme man nun den ersten Buchstaben eines jeden Wortes, ergebe dies „AleiPm4Z+eK!“ als sicheres Passwort, so ESET in einer Mitteilung.

Nicht verwenden sollte man jedenfalls eines der folgenden Passwörter:

Top 10 der beliebtesten schwachen Router-Passwörter

1. admin
2. root
3. 1234
4. guest
5. password
6. 12345
7. support
8. super
9. Admin
10. pass

Der Sicherheitsanbieter empfiehlt darüber hinaus,

die Firmware aktuell zu halten: Aktualisierungen bringen in vielen Fällen neue Funktionen und schließen Sicherheitslücken. Wenn möglich, sollten automatische Updates im Menü des Routers aktiviert oder regelmäßig nach Aktualisierungen gesucht werden.

den Fernzugriff zu deaktivieren: Mit dem Fernzugriff öffnen Anwender Ports auf ihrem Gerät. Zwar bringt diese Funktion zahlreiche Vorteile, doch Hacker erhalten dadurch auch einen weiteren Angriffspunkt. Der Fernzugriff sollte daher deaktiviert bleiben.

die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu aktivieren: Moderne Router bieten die Möglichkeit, 2FA zu aktivieren. Werden Einstellungen verändert, müssen diese durch eine weitere Quelle verifiziert werden. Diese Bestätigung kann mit dem Drücken einer bestimmten Taste am Gerät oder mit dem Telefon erfolgen.

den WPS-PIN abzuschalten: „WiFi Protected Setup“ (WPS) ist ein Standard zum schnellen Aufbau eines verschlüsselten WLAN-Netzwerks. Anwender benötigen hierzu lediglich einen PIN, der auf dem Gerät abzulesen ist. Diese Funktion sollte deaktiviert werden, da sie leicht zu knacken ist.

sowie den Netzwerknamen zu ändern: Nutzer sollten ihrem WLAN einen neuen Namen (SSID) geben. Der voreingestelle enthält oft Herstellernamen und Gerätetyp. Angreifer können so direkt nachschauen, ob es bekannte Schwachstellen des Routers gibt.

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