17.08.2020 13:26 |

Situation an Grenzen

Einreisekontrollen ohne Heer „nicht möglich“

Seit Mitternacht gilt bekanntlich für alle Kroatien-Heimkehrer ohne negativen Corona-Test eine verpflichtende zehntägige Heimquarantäne. Besonders bitter für kroatische Berufspendler: Wer keinen negativen Test vorweisen kann und keine Möglichkeit zur Quarantäne in Österreich hat, wird an der Grenze abgewiesen. An der slowenisch-österreichischen Grenze in Spielfeld helfen derzeit 50 Bundesheersoldaten bei den Einreisekontrollen an der Grenze. Laut dem Leibnitzer Bezirkshauptmann Manfred Walch wären die Kontrollen aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit ohne die Hilfe des Heers „gar nicht möglich“ gewesen. 

An der Grenze in Spielfeld sieht das Bild bei der Einreise seit Montag so aus: Vorrangig Österreicher, die aus dem Kroatien-Urlaub nach Hause kommen, aber auch Berufspendler, werden von der Polizei angehalten und zur Seite geleitet. Danach müssen sie Bundesheersoldaten Rede und Antwort stehen und vor allem sagen, wo sie waren. Zu diesem Zeitpunkt war der Stau überschaubar, die Wartezeit betrug etwa eine halbe Stunde.

Polizei überwacht Einhaltung der Quarantäne
Falls sie aus Kroatien kommen, müssen sie vor der Weiterfahrt in jedem Fall ein Formular ausfüllen. Die darin enthaltenen Daten werden von der Bezirkshauptmannschaft Leibnitz an die jeweiligen Heimatgemeinden der Reisenden sowie an die örtliche Polizei weitergeleitet, damit diese im Fall die Einhaltung der Quarantäne überwachen kann. 

Entspannte Stimmung an der Grenze
Die rasche Weiterfahrt ist nur für Urlauber möglich, die einen maximal 72 Stunden alten negativen Corona-PCR-Test vorweisen sowie für Urlauber aus dem Ausland, etwa Deutsche oder Tschechen, die nur auf der Durchreise sind und in Österreich nicht haltmachen. Die meisten Urlauber lassen das Prozedere ruhig über sich ergehen. Sie rechneten bereits mit den Kontrollen und wussten, dass ihnen Quarantäne droht. 

Kein Corona-Test bei Einreise möglich
Nach dem Ausfüllen des Formulars mit der Bekanntgabe der Daten bekamen die Reisenden noch ein Informationsblatt und durften ihre Reise fortsetzen. Tests oder Abstriche werden vor Ort an der Grenze übrigens keine gemacht. „Wir machen die Erstbefragung. Wenn jemand angibt, aus Kroatien zu kommen und nach Österreich heimzureisen, leiten wir ihn weiter zu den Bundesheer-Kollegen“, schilderte Markus Lamb von der Polizei-Pressestelle.

Einhaltung der Vorgaben wird kontrolliert
Zuletzt hatten Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und auch Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) mehr Gesundheitspersonal an den Grenzen gefordert. Im Ö1-„Morgenjournal“ appellierte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Montag wiederum an die Länder, dieser Forderung nachzukommen. „Ich gehe davon aus, dass das gut in Umsetzung ist“, so Anschober.

Heimkehrer, die ohne negativen Test einreisen, müssen diesen innerhalb von 48 Stunden nachholen. Dabei verlasse man sich nicht nur auf den guten Willen der Heimkehrer, sondern werde laut Anschober auch stichprobenartige Kontrollen durchführen.

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