06.08.2020 06:20 |

Profi im Koma

Mit 80 km/h in Bande! Horror-Sturz nach Attacke

Was für ein schrecklicher Unfall in Katowice! Im Kampf um den Sieg der ersten Etappe der Polen-Radrundfahrt hat es auf der Ziellinie einen Horror-Sturz gegeben. Der Niederländer Fabio Jakobsen wurde beim Endspurt ausgerechnet von seinem Landsmann in die Absperrung gedrängt, der sich danach mit einer geschätzten Höchstgeschwindigkeit von rund 80 km/h überschlug. Der 23-Jährige Jakobsen liegt im künstlichen Koma - sein Zustand sei ernst, aber stabil, wie sein Team Quick Step in der Nacht auf Donnerstag bekannt gab.

Der Niederländer Fabio Jakobsen wurde von seinem zu diesem Zeitpunkt führenden Landsmann Dylan Groenewegen in die Absperrung gedrängt, er kam spektakulär zu Sturz, riss dabei die Werbebanden, einen Zuschauer und mehrere anderer Fahrer mit zu Boden.

Rad-Profi Florian Senechal-Staelens war einer der ersten am Unfallort, schrieb auf Twitter neben ein Bild, das seine mit Blut verschmierten Handschuhe zeigt: „Ich habe seinen Kopf gehalten. Allein, wenn man das Foto anschaut, kann man den Schock beim Unfall erkennen. Bleib stark mein Freund.“ Wenig später war der Post aber wieder gelöscht. Der unmittelbar an Bahngleise grenzende Zielraum glich einem Schlachtfeld, mehrere Krankenwagen hielten an der Ziellinie.

Gebrochener Gaumen
Rennärztin Dr. Barbara Jerschina zu TV-Sender Polsat: „Wir haben alles getan, was getan werden konnte. Die Arbeitsbedingungen waren sehr schwierig, es ist ein sehr schweres kraniozerebrales Trauma, ein gebrochener Gaumen, daher war es schwierig zu intubieren.“

Patrick Lefevere, der Manager von Deceuninck-Quick Step kündigte jedenfalls schon Konsequenzen an. „Ich gehe vor Gericht. Diese Aktionen sollten beim Radfahren nicht erlaubt sein. Das ist kriminell“, schreibt er nach dem Unfall auf Twitter. Und: „Sie müssen ihn in den Knast sperren.“

Täter disqualifiziert
Groenewegen, der wie andere Fahrer ebenfalls zu Sturz kam und später als Sieger disqualifiziert wurde, droht jedenfalls eine empfindliche Strafe. „Die UCI verurteilt das gefährliche Verhalten von Dylan Groenewegen, der Fabio Jakobsen einige Meter vor dem Ziel in die Bande beförderte und einen Massensturz verursachte, auf das Schärfste“, teilte der Weltverband mit. Jumbo-Profi Groenewegen sei von der Jury disqualifiziert und von der Rundfahrt ausgeschlossen worden. Außerdem habe man die Disziplinarkommission angerufen, die der Schwere der Tat angemessene Sanktionen aussprechen kann, so die UCI weiters.

Die an der World-Tour ebenfalls teilnehmenden Österreicher Patrick Konrad (Bora) und Matthias Brändle (Team Israel) waren vom Massensturz nicht betroffen. Im Vorjahr war bei der Polen-Rundfahrt der Belgier Björg Lambrecht ebenfalls am 5. August auf der 3. Etappe nach einem Sturz in einen Betonpfeiler gestorben.

krone Sport
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