28.07.2020 12:20 |

Fall Maddie

Polizei durchsucht Kleingarten nahe Hannover

Im Fall der vor 13 Jahren verschwundenen Maddie McCann hat die deutsche Polizei Dienstagfrüh mit der Durchsuchung einer Kleingarten-Parzelle nahe Hannover begonnen. Der Einsatz stehe im Zusammenhang mit den Ermittlungen wegen Mordes gegen den verdächtigen 43-jährigen Deutschen Christian B., erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Die Grabungsarbeiten sollen nach einer Unterbrechung am Mittwoch fortgesetzt werden.

Was genau in dem Kleingarten gesucht werde, sagte sie nicht. Über den Polizeieinsatz, bei dem auch ein Mini-Bagger benutzt wurde, hatte zuerst die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet. Mehrere Ermittler durchkämmten das Erdreich des Grundstücks mit Schaufeln und Harken. Auch Beamte der Spurensicherung in weißen Anzügen sowie ein Spürhund waren vor Ort.

Verdächtiger lebte jahrelang in Spanien
Der in Kiel inhaftierte Christian B. steht im Verdacht, 2007 die dreijährige Britin Maddie aus einer Ferienanlage in Portugal entführt zu haben. Nach Angaben des BKA lebte der Deutsche zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve, unter anderem für einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz - dem Ort, an dem Maddie McCann verschwand.

Nicht nur die Ermittler, auch ehemalige Weggefährten sind sich sicher, dass B. für das Verschwinden des britischen Mädchens im Jahr 2007 ist. Doch 13 Jahre nach der Entführung, die für internationale Schlagzeilen sorgte, ist es für die Polizei schwer, stichhaltige Beweise zu finden.

Christian B, sitzt derzeit noch wegen eines Drogendelikts hinter Schloss und Riegel. Sein Anwalt Johann Schwenn bemüht sich aber, dass der Deutsche, der auch schon wegen Sexualstraftaten verurteilt wurde, auf Bewährung freikommt. Er könnte Medienberichten zufolge schon bald wieder auf freiem Fuß sein.

Fall auch nach 13 Jahren nicht aufgeklärt
Madeleine McCann, genannt Maddie, wurde 2007 im Alter von drei Jahren aus einer Ferienwohnung in Praia da Luz entführt. Jahrelang gaben die Eltern nicht auf, ihr Mädchen lebend zu finden. Vor wenigen Wochen wurde schließlich ein deutscher Verdächtiger ausgeforscht, der wegen eines anderen Delikts im Gefängnis sitzt und sich zum Tatzeitpunkt in der Nähe der Ferienanlage aufgehalten hatte.

Der 43-jährige mutmaßliche Täter ist bereits wegen sexueller Straftaten vorbestraft. Er steht unter Verdacht, auch andere Kinder entführt zu haben. Ein ehemaliger Weggefährte, ein österreichischer Staatsbürger, ließ zuletzt mit einem grauenhaften Verdacht aufhorchen: Er hält es für möglich, dass Maddie an einen Sex-Ring verkauft worden sein könnte. 

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