11.05.2020 13:54 |

Kampf der Corona-Krise

Erfolgsmodell Österreich als Vorbild für die USA

Zur rascheren Bewältigung der Corona-Krise und auf der Suche nach möglichen Wegen bei der Wiedereröffnung der Wirtschaft werfen die USA auch einen genauen Blick auf Österreich. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Sonntagabend berichtete, betrachtet das Weiße Haus die Alpenrepublik neben Südkorea und Singapur als Erfolgsmodell und will von uns lernen.

Sowohl Außenminister Mike Pompeo als auch der Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump, Kevin Hassett, hätten die drei Länder in den vergangenen zwei Wochen im Hinblick auf die Wiederöffnung der Wirtschaft besonders genau beobachtet. Jeden Tag seien Statistiken mit den österreichischen Zahlen erstellt worden, um zu sehen, wie sich die ersten Lockerungsschritte der Corona-Maßnahmen auf die neuen Infektionszahlen auswirkten, hatte Hassett laut Bloomberg bereits vor einigen Wochen wissen lassen.

Strenge und rasche Maßnahmen in Österreich
Österreich hat im Vergleich zu den USA rasche und strenge Maßnahmen gesetzt. Erste Ausgangsbeschränkungen wurden am 13. März verkündet, einen Tag nach dem ersten bestätigten Todesfall. Inzwischen ist die Zahl der Erkrankten auf rund 1200 gesunken, mehr als 14.000 infizierte Personen sind bereits wieder gesundet.

Grafik: Die aktuelle Lage in Österreich

Trump reagierte nur zögerlich auf rasante Ausbreitung
Trump hatte zunächst nur sehr zögerlich auf den rasanten Anstieg der Covid-19-Fälle reagiert, mittlerweile rechnet aber auch der US-Präsident mit 100.000 Corona-Toten. Mit 1,3 Millionen Corona-Infektionen und fast 80.000 Toten sind die USA das mit Abstand am stärksten betroffene Land.

Rückschlag für Südkorea
Südkorea wird im Kampf gegen das neuartige Virus immer wieder als Vorbild genannt. Als wichtiger Aspekt dabei gilt die hohe Anzahl der durchgeführten Tests. Allerdings hat laut Bloomberg Österreich pro eine Million Einwohner mittlerweile deutlich mehr Testungen durchgeführt als das ostasiatische Land. Nach der Wiedereröffnung von Bars und Nachtclubs wurde am Wochenende mit 34 neuen Fällen der stärkste Anstieg in Südkorea seit vier Wochen festgestellt - insgesamt sind inzwischen 86 Neuansteckungen auf das Ausgehviertel Itaewon in der Hauptstadt Seoul zurückzuführen, wie die Gesundheitsbehörden am Montag mitteilten.

Singapur war lange Musterschüler, weil dort Infektionsketten minutiös nachverfolgt und alle Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt wurden. Auch dort kam es im April aber zu einer zweiten Welle, was restriktivere Maßnahmen zur Folge hatte.

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