11.05.2020 06:00 |

Zurück zum Schulalltag

„Jetzt sieht man, was Lehrer leisten“

Viele E-Mails erreichten uns von Eltern und Schülern. Die Sehnsucht nach dem Schulalltag ist groß. Auch wenn vieles anders sein wird. Die gute Nachricht: Die Corona-Krise beschleunigt „die Revolution des Lernens“, erklärt Bildungsexperte Dr. Andreas Salcher.

Immer mehr Kinder freuen sich schon auf den - wenn auch etwas anderen - Schulalltag. Volksschülerin Lena aus Salzburg berichtet uns, dass sie ihre Lehrerin sehr vermisst. Alexander, er besucht eine Neue Mittelschule in Kärnten, freut sich besonders auf seine Klassenkameraden. Und Oberstufenschülerin Petra aus der Steiermark schrieb der „Krone“ eine E-Mail: „Wir lernen in dieser Zeit: Eigenverantwortung und sich selbst zu organisieren und die Zeit sinnvoll zu gestalten. Weiters würde ich behaupten, wir werden sogar ein Stück erwachsener und sehen, dass wir selbst für uns verantwortlich sind.“

Eine zweifache Mutter lobt per Mail die Pädagogen: „Jetzt erlebe ich hautnah, was die Lehrer alles leisten. Ich habe oft nur die Vorzüge gesehen, dass Lehrer viel Ferien haben. Aber sie brauchen eine Extraportion Geduld, Engagement und die Gabe, die Kinder immer wieder aufs Neue zu motivieren.“ Auch ein dreifacher Vater erzählte von seinem Alltag: „Wir sehnen uns schon alle nach Normalität. Die Tage zu strukturieren fällt uns zunehmend schwer.“

Die unaufhaltsame Revolution der Schule
„In keinem anderen Bereich unseres Lebens klafft die Lücke zwischen dem erzielten wissenschaftlichen Fortschritt und dessen tatsächlicher Nutzung zum Wohl der Menschen so weit auseinander wie in unseren Schulen“, betont Bildungsexperte Dr. Andreas Salcher.

Die gute Nachricht: Die Corona-Krise beschleunigt „die Revolution des Lernens“. Warum ist der Begriff Revolution gerechtfertigt? „Die Erfindung des Buchdrucks machte das geschriebene Wort plötzlich nicht nur für eine kleine Minderheit, sondern für Millionen zugänglich. Plattformen wie You-Tube, die Khan Academy oder die Lern-Apps wie zum Beispiel von Apple oder Microsoft ermöglichen das erste Mal in der Geschichte allen Schülern, die für sie beste Lernmethode auszuwählen. Sie können damit kostenlos wann immer und wo immer sie wollen lernen“, erklärt Dr. Salcher.

Warum sollte sich ein in Mathematik schwacher Schüler weiterhin mit einem pädagogisch noch schwächeren Mathematiklehrer plagen, wenn er einmal entdeckt hat, dass er von den Grundrechnungsarten bis zur Integralrechnung mit von hervorragenden Lehrern gestalteten Lernvideos lernen kann? „Wenn das aber jetzt nicht nur einzelne Schüler machen, sondern Hunderttausende mittlerweile seit Wochen praktizieren, dann wird der Druck auf unser Schulsystem größer, das Lernen spannender und effizienter zu machen“, so Salcher.

Kronen Zeitung

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