21.04.2020 16:58 |

Nach Blutbad in Kanada

Premier Trudeau drängt auf strengere Waffengesetze

Zumindest 18 Menschen sind in der Nacht auf Montag in Kanada einem Amokläufer zum Opfer gefallen. Die genaue Opferzahl steht aber nach wie vor nicht fest. Durch die Tat ist die Debatte um strengere Waffengesetze wieder entbrannt. Premier Justin Trudeau will nun Angriffswaffen verbieten und bislang legal verkaufte militärische Waffen rückkaufen.

Nach der schlimmsten Gewalttat in der Geschichte Kanadas will Premierminister Justin Trudeau jetzt rasch striktere Waffengesetze umsetzen. „Wir haben im Wahlkampf ernsthafte Verpflichtungen gemacht und sind das auch schon angegangen - und setzen das um, um sicherzugehen, dass wir die Reglementierung von Waffenbesitz in diesem Land stärken“, sagte Trudeau.

Waffen sollen zurückgekauft werden
Der Premierminister hatte im vergangenen Jahr unter anderem versprochen, Angriffswaffen überall in Kanada zu verbieten und von Privatpersonen legal gekaufte militärische Waffen zurückzukaufen. Anders als im Nachbarland USA sind die Waffengesetze in Kanada schon jetzt vergleichsweise streng.

Endgültige Opferzahl noch fraglich
In der ländlichen Provinz Nova Scotia an der Atlantikküste ging unterdessen die Spurensuche weiter. Dabei könne sich die offizielle Opferzahl des mutmaßlichen Amoklaufs noch erhöhen, hieß es von der Polizei. Laut Ermittlern würden derzeit 16 Tatorte auf der Halbinsel untersucht, zudem seien fünf Feuer gelegt worden. Es könne sein, dass in niedergebrannten Häusern noch weitere Tote gefunden werden.

Zwölfstündige Verfolgungsjagd
Der 51-jährige Tatverdächtige war Sonntagmittag nach zwölfstündiger Verfolgungsjagd an einer Tankstelle im Ort Enfield von der Polizei gestellt und getötet worden. Per Notruf hatte die Royal Canadian Mounted Police zuvor Hinweise auf einen bewaffneten Angreifer in der Ortschaft Portapique rund 130 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Halifax erhalten. In einem Haus und auf dem umliegenden Grundstück habe man mehrere Leichen entdeckt - von dem Täter fehlte zunächst jede Spur.

Mutmaßlicher Täter war in Polizeiuniform unterwegs
Laut Radio Canada zog sich die anschließende Verfolgungsjagd über mehr als 100 Kilometer hin. Die Polizei bestätigte, dass der 51-Jährige eine Polizeiuniform getragen habe und mit einem Fahrzeug unterwegs gewesen sei, das einem Streifenwagen gleiche. Zum genauen Motiv des Schützen machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Vieles deute aber darauf hin, dass der Tatverdächtige das Blutbad plante und dabei auch Menschen tötete, die er nicht kannte. Ein anfängliches Motiv könnte sich dabei möglicherweise in „Zufälligkeit“ gewandelt haben.

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