10.04.2020 09:57 |

Termine und Fristen

Appell an private Vermieter: Mehr Rücksichtnahme!

Immer mehr Menschen werden im privaten Wohnungssektor dazu gezwungen, alle paar Jahre die Wohnung zu wechseln und neue Verträge mit höheren Mieten abzuschließen. Laut MieterHilfe stieg die Zahl der befristeten Mietverträge auf 75 Prozent. Was in normalen Zeiten schon hart ist, wird in der Corona-Krise untragbar.

Während Gemeindewohnungen und von der Stadt Wien geförderte Wohnungen grundsätzlich unbefristet sind, müssen viele Mieter von Privatwohnungen jetzt zittern – denn ihre Mietverträge laufen in Kürze aus. Perspektive: ungewiss.

Alles steht still
Selbst wenn von wenigen Immobilienunternehmen die „virtuelle Wohnungssuche“ angeboten wird – das reicht leider nicht. Ein konkreter Check vor Ort kann nicht ersetzt werden, ist aber derzeit wegen des akuten Gesundheitsrisikos untersagt. Wohnungssuche ohne Wohnungsbesichtigungen, Übersiedlungen ohne echte Übersiedlungsmöglichkeiten, Termine und Fristen einhalten, obwohl rundherum alles steht – wie soll das gehen? Umziehen ist derzeit unzumutbar und de facto auch unmöglich.

Um klare Verhältnisse für beide Seiten zu schaffen, schlagen Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal und die MieterHilfe vor, Befristungen derzeit nicht auslaufen zu lassen. Sie sollen stattdessen um weitere drei Jahre verlängert werden. Zumindest soll aber ein Räumungsaufschub (oder Fristenhemmung bis Jahresende) für zumindest ein Jahr gewährt werden – als Bestimmung speziell für die Zeit der aktuellen Ausnahmesituation; grundsätzlich muss die gesetzliche Mindestbefristung von drei Jahren stehen bleiben.

Kostenloser Rat von der Wiener MieterHilfe
Die MieterHilfe der Stadt Wien ruft alle privaten Vermieter auf, auf jene Mieter zuzugehen, die in dieser schwierigen Zeit Sicherheit benötigen. Ziel muss es sein, gemeinsam Lösungen zu treffen. Für Mieter und Vermieter wird die MieterHilfe kompetente Beratung und Musterschreiben sowie Mustervereinbarungen kostenlos zur Verfügung stellen. Von Montag bis Freitag stehen die Experten zwischen 9 bis 16 Uhr unter 01/4000 8000 kostenlos zur Verfügung. Wie man in der derzeitigen Situation Härtefälle vermeidet, zeigt Wiener Wohnen. Beim größten Hausverwalter Europas wurden alle Delogierungen ausgesetzt.

Kronen Zeitung

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