24.03.2020 22:15 |

Bereits mehrere Fälle

In Spanien fliehen Corona-Patienten aus Spitälern

Dramatische neue Entwicklungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie: Wie am Dienstag bekannt wurde, fliehen in Spanien Corona-Patienten aus den Krankenhäusern. Es habe bereits mehrere Fälle in verschiedenen Kliniken gegeben, bestätigte der Direktor der Nationalpolizei, Jose Ángel González. In Frankreich kletterte derweil die Zahl der Todesopfer am Dienstag über die 1000er-Marke. Die baltischen Staaten und Rumänien ordneten indessen weitere Schutzmaßnahmen an, mit denen eine Ausbreitung des Coronavirus möglichst verlangsamt werden soll.

Allein in den vergangenen Stunden habe es in Leganés bei Madrid sowie im Küstenort Benidorm im Osten Spaniens zwei solcher Fälle gegeben. Das bereite den Sicherheitsbehörden unnötigerweise eine „Riesenarbeit“, um diese Patienten ausfindig zu machen und wieder in die Spitäler zu bringen, wie der Polizeidirektor auf einer Pressekonferenz in Madrid sagte.

González klagte, neben solchen Patienten gebe es auch sonst „ziemlich viele verantwortungslose“ Bürger, die etwa die vor eineinhalb Wochen verhängte Ausgangssperre verletzten. Allein in den vergangenen 24 Stunden habe man im Rahmen des sogenannten Alarmzustandes 80 „verantwortungslose und unsolidarische“ Personen festnehmen müssen.

Die knapp 47 Millionen Einwohner Spaniens dürfen seit dem 15. März nur noch in wenigen Ausnahmefällen das Haus verlassen, etwa zum Einkaufen. Am Mittwoch soll das Parlament auf Antrag der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez über eine Verlängerung des Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe, um weitere zwei Wochen bis zum 11. April abstimmen.

In Frankreich erstmals über 1000 Opfer
In Frankreich hat die Coronavirus-Pandemie bereits über 1000 Opfer gefordert. Es starben 1100 Menschen in Krankenhäusern, das waren 240 mehr als noch am Vortag, wie Gesundheitsdirektor Jerome Salomon am Dienstagabend in Paris mitteilte. In Frankreich steckten sich bisher rund 22.300 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 an, das waren über 2400 mehr als noch am Vortag.

Die Epidemie breitet sich nach den Worten Salomons weiter schnell aus. Er kündigte an, dass ein Hochgeschwindigkeitszug TGV mit ärztlicher Ausstattung rund 20 Patienten von Straßburg nach Westfrankreich bringen solle. Das Elsass ist besonders von der Pandemie betroffen. Im Anti-Corona-Kampf hatte Frankreich vor eine Woche strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt, die polizeilich überwacht werden. Bürger, die vor die Türe gehen, müssen einen Passierschein vorweisen können und angeben, wohin sie gehen.

Anstieg der Todesopfer in der Türkei auf 44
In der Türkei sind mittlerweile 44 Menschen infolge einer Ansteckung mit dem Coronavirus gestorben. In den vergangenen 24 Stunden seien sieben Menschen ihrer Erkrankung erlegen, teilte Gesundheitsminister Fahrettin Koca per Twitter mit. Bei 1872 Menschen sei eine Infektion mit dem Virus bestätigt worden. Das seien 343 mehr als am Vortag.

Massive Engpässe bei häuslicher Pflege in Deutschland
Der Wegfall osteuropäischer Pflegekräfte in der Coronavirus-Krise führt indessen in Deutschland nach Angaben von Verbänden zu dramatischen Engpässen in der häuslichen Pflege. „Aus Angst vor dem Coronavirus verlassen viele Betreuungskräfte Deutschland, neue kommen kaum nach“, erklärte der Sozialverband VdK am Dienstag in Berlin. Bis zu 200.000 Menschen könnten nach Ostern schrittweise nicht mehr versorgt werden. Nur zehn Prozent der osteuropäischen Pflegekräfte seien legal in Deutschland und würden durch Vermittlungsagenturen betreut.

Ähnlich problematisch werde es für die Familien, wenn die professionelle ambulante Pflege wegbreche. Alten- und Pflegeheime seien voll. Wenn deshalb berufstätige Angehörige einspringen, „brauchen sie massive Unterstützung“, erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele. Die Regelungen zur Kurzarbeit müsste auf diese Personen ausgedehnt werden. Dann könnten Berufstätige zeitweise aus dem Job aussteigen, wären abgesichert und müssten sich keine Sorgen um ihr Auskommen machen.

Baltenstaaten mit weiteren Schutzmaßnahmen
Die baltischen Staaten haben am Dienstag weitere Schutzmaßnahmen angeordnet, mit denen eine Ausbreitung des Coronavirus möglichst verlangsamt werden soll. In Estland ordnete die Regierung in Tallinn die Schließung aller Einkaufszentren an. Ausgenommen von der ab Freitag geltenden Maßnahme sind Lebensmittelgeschäfte und Drogerien.

Im benachbarten Lettland müssen Sportzentren und Turnhallen auf Beschluss der Regierung komplett schließen. Auch Einkaufszentren bleiben am Wochenende dicht - mit Ausnahme von Geschäften mit Waren, die als wesentlich für das tägliche Leben angesehen werden. Estland und Lettland hatten zuvor das öffentliche Leben bereits deutlich eingeschränkt. Die beiden baltischen EU-Länder haben den Notstand ausgerufen und ihre Grenzen abgeriegelt.

Rumänien verschärft Ausgangssperre
Rumänien verschärfte mittlerweile seine Ausgangssperre. Von diesem Mittwoch an darf man das Haus auch tagsüber nur noch für dringend notwendige Einkäufe oder den Weg zur Arbeit verlassen. Bisher galt die Ausgangssperre nur für die Nachtstunden.

Menschen über 65 Jahre dürfen zu ihrem eigenen Schutz täglich nur zu bestimmten Zeiten ihre Wohnungen verlassen, da sie besonders gefährdet seien, teilte Ministerpräsident Ludovic Orban am Dienstagabend mit. Zuvor hatte Staatspräsident Klaus Iohannis angeordnet, dass die älteren Menschen ständig zu Hause bleiben müssten. Dies hatte die Frage aufgeworfen, wie diese Menschen versorgt werden sollten - unter anderem mit Lebensmitteln.

In Rumänien sind bisher acht Menschen nach einer Infektion mit dem Virus SARS-CoV-2 gestorben. Die Zahl der Infizierten stieg bis Dienstagmittag binnen 24 Stunden um 186 Fälle auf 762. 79 sind inzwischen wieder gesund.

Weltweit Ausgangsbeschränkungen für über 2,6 Mrd. Menschen
Nach der Verhängung einer „vollständigen Ausgangssperre“ in Indien haben verschiedene Länder weltweit inzwischen für mehr als 2,6 Milliarden Menschen massive Beschränkungen der freien Bewegung angeordnet. Dies geht aus einer aktuellen Statistik hervor. Mit den Maßnahmen soll die Ausbreitung von SARS-CoV-2 eingedämmt werden.

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