20.03.2020 20:17 |

Rekordanstieg

Italien: Über 600 Corona-Tote mehr als am Vortag

Die Zahl der Coronavirus-Todesopfer und der Infizierten in Italien ist wieder sprunghaft angestiegen. 627 mehr Todesopfer als am Vortag wurden am Freitag in Italien gemeldet, was einem Rekordanstieg bei der Zahl der Toten seit Beginn der Epidemie entspricht. Die Bilanz der Todesopfer kletterte damit auf 4032 Personen, teilte der Zivilschutz in Rom mit. Unterdessen hat Italien die Ausgangssperre verschärft. 

Italien ist weiterhin weltweit das Land mit den meisten Coronavirus-Toten. Die Zahl der Infizierten kletterte von 33.190 auf 37.860 Menschen. 19.185 Infizierte befinden sich in Heimisolierung. 2655 liegen auf der Intensivstation, das sind sieben Prozent aller Infizierten, teilte Italiens Zivilschutzchef Angelo Borrelli am Freitag in Rom mit.

Über 3300 Sanitäter infiziert
3359 Sanitäter haben sich inzwischen in Italien mit SARS-CoV-2 infiziert. Das sind zehn Prozent aller in Italien gemeldeten Infektionsfälle, geht aus Angaben des Ärzteverbands Fnomceo hervor, der die Daten des italienischen Gesundheitsinstituts ISS unter die Lupe nahm. Die Zahl der infizierten Sanitäter sei in zwei Tagen um 659 gestiegen.

Virus-Herd Lombardei
Die meisten Todesopfer waren bereits von anderen Krankheiten belastet. 5129 Menschen sind inzwischen genesen. In der Lombardei, die von der Coronavirus-Epidemie am stärksten betroffene Region Italiens, stieg die Zahl der Todesopfer auf 2549, das sind rund 380 mehr als am Donnerstag.

„Erleben kontinuierliche Steigerung“
Die Zahl der Infizierten lag in der Lombardei nun bei 22.264. 7735 Menschen liegen im Krankenhaus, davon 1050 auf der Intensivstation. „Wir erleben weiterhin eine kontinuierliche Steigerung bei der Zahl der Todesopfer und der Infizierten“, gab der lombardische Gesundheitsbeauftragte Giulio Gallera zu. In Friaul stieg die Zahl der Todesopfer auf 38, jene der Infizierten auf 656. In Südtirol gab es bisher 17 Tote und 548 Infizierte.

„Höhepunkt noch nicht erreicht“
Zivilschutzchef Angelo Borrelli rief die Italiener zu Geduld auf. Der Höhepunkt der Pandemie sei noch nicht erreicht. Noch zwei Wochen könnte es dauern, bis die akuteste Phase der Seuche vorbei sei. Außenminister Luigi Di Maio bekräftigte seinen Aufruf an die Italiener, zu Hause zu bleiben. „Ansonsten sind wir gezwungen, noch drastischere Maßnahmen einzuführen“, drohte Di Maio.

Freizeitaktivitäten außer Haus ab sofort verboten
Im Rahmen einer Verschärfung der seit vergangener Woche geltenden Ausgangssperre hat die italienische Regierung am Freitag die landesweite Schließung von Parks, Grünflächen und Spielplätzen beschlossen. Diese Maßnahmen hatten mehrere italienische Städte, darunter Rom und Mailand, bereits in den vergangenen Tagen ergriffen. Verboten sind auch Freizeitaktivitäten außer Haus, geht aus der neuen Verordnung der Regierung hervor, die bis zum 25. März gilt.

Sport im Freien ist zwar weiterhin erlaubt, allerdings nur in der Nähe der eigenen Wohnung. Die Sicherheitsdistanz von einem Meter von anderen Personen muss eingehalten werden. Lebensmittelgeschäfte auf Bahnhöfen werden geschlossen. Reisen zu Ferienwohnungen sind verboten.

Rom kontrolliert ab Samstag jedes Fahrzeug
Die Polizei in Rom wird ab Samstag Straßensperren errrichten und alle Fahrzeuge auf den Straßen der Stadt kontrollieren. Die Autos werden nicht mehr nur stichprobenartig wie derzeit kontrolliert. Damit will die Polizei sicher sein, dass nur Personen aus beruflichen oder dringenden Gründen mit ihrem Fahrzeug in der Stadt unterwegs sind. Auch Personen zu Fuß sollen in Rom verstärkt kontrolliert werden, hieß es in einer Anordnung der römischen Polizei. Der Zugang zu weiten Teilen der Küste von Pomezia bis Anzio südlich von Rom wurde gesperrt. Die Maßnahmen wurden von der römischen Bürgermeisterin Virginia Raggi aus Sorge ergriffen, die sonnenhungrigen Römer könnten das schöne Wetter am Wochenende für Ausflüge nutzen.

114 Soldaten sind in Mailand im Einsatz, um zu kontrollieren, dass die Ausgangssperre eingehalten wird. Die Zahl der Militärs sei jedoch für die Bedürfnisse der lombardischen Metropole unzulänglich, beklagte Fontana.

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