16.03.2020 15:14 |

Reporter ohne Grenzen

Bibliothek in „Minecraft“ als Zensur-Schlupfloch

Anlässlich des Welttags gegen Internetzensur am 12. März hat die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen in „Minecraft“ eine virtuelle Bibliothek veröffentlicht. Die „Uncensored Library“ nutzt das weltweit meist gespielte und über das Internet zugängliche Spiel als Schlupfloch, um zensurierte Artikel von Journalistinnen und Journalisten in deren Heimatländern zu verbreiten.

Während unabhängige Nachrichtenportale und Online-Zeitungen in vielen autokratischen Staaten gesperrt sind, ist „Minecraft“ fast überall frei zugänglich. Um die vormals zensurierten Artikel aus Ägypten, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien und Vietnam lesen zu können, benötigen Nutzer lediglich einen Internetzugang zu dem Spiel.

„Zensur in digitalisierter Medienwelt nie absolut“
„Reporter ohne Grenzen nutzt mit der ‘Uncensored Library‘ eines der populärsten Computerspiele der Welt, um Menschen den Zugang zu Informationen zu ermöglichen, die andere ihnen vorenthalten wollen“, sagt Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. Über „Minecraft“ die Sperre von Webseiten zu umgehen und verbotene Artikel und Beiträge zu publizieren, sei ein schönes Zusammenspiel aus Technik, Spiel und Wissen.

Für Jugendliche bietet die ‚Uncensored Library‘ einen angstfreien Zugang zu zensurierten Informationen. Das Wichtigste, was sie von einem Besuch mitnehmen können, ist, dass in einer globalisierten und digitalisierten Medienwelt Zensur nie absolut ist“, so Möhring in einer Mitteilung der NGO.

Über 1,5 Millionen Klötzchen
Drei Monate haben Experten der auf „Minecraft“ spezialisierten Firma Blockworks an der virtuellen Bibliothek gebaut. In der Eingangshalle können sich Besucher über die Situation der Pressefreiheit in 180 Ländern informieren. Insgesamt fünf weitere Räume sind den Ländern Ägypten, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien und Vietnam gewidmet. Für den Bau des virtuellen Gebäudes und den es umgebenden Park wurden mehr als anderthalb Millionen Steine benötigt. Die Insel, auf der die Bibliothek steht, ist über einen Kilometer lang.

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