Coronavirus in OÖ

Haberlander: „Ich verfalle nicht in Panik“

Ein leer geräumter Terminkalender, am Abend trotzdem fertig: ÖVP-Politikerin Christine Haberlander hat vor allem als Gesundheitsreferentin eine Schlüsselrolle in Oberösterreichs Corona-Krisenmanagement. Im Interview erzählt sie, was sie freut und stört, und warum sie trotzdem die Zuversicht nicht verliert

„OÖ Krone“: Wie geht es Ihnen?

Christine Haberlander: Gut! Das ist jetzt kein heiteres „gut“. Aber ich bin ein grundpositiver Mensch und verfalle jetzt nicht in Panik oder Depression, im Gegenteil. Ich bin zuversichtlich, dass wir das in Oberösterreich bewältigen werden. Und diese Zuversicht möchte ich auch ausstrahlen.

Trotzdem verblüfft mich, dass sie das als fast positive Herausforderung wahrnehmen. Denn ich erlebe ja auch viel Verunsicherung.

Ja, voll, die gibt es auch. Aber ich erfahre in dieser Krisensituation wahnsinnig viel Unterstützung durch die Menschen draußen für die Schritte, die jetzt gesetzt werden. Das finde ich beruhigend und bestärkend. Das andere ist, wie es in den Geschäften zugeht. Und überhaupt nicht hinnehmbar ist, wenn es zur Diskriminierung von Menschen unter Corona-Verdacht kommt. Oder, was es auch gibt, gar Mobbing gegenüber asiatisch aussehenden Schülerinnen und Schülern bei uns.

Haben Sie auch irgendwas gehamstert? Etwa Bücher?

Also die Liste der ungelesenen Bücher ist eh enorm, da gehe ich nicht noch welche kaufen. Und meine Lebensmittel beschränken sich, da ich keine große Köchin bin, auf Nudeln und Tomatensoße, was ich sowieso zuhause hab. Da komme ich eh aus.

Zurück zum Ernst der Lage: Als Mitglied der Landesregierung muss man derzeit vor allem das vollziehen, was die Bundesregierung vorgibt. Kann man da überhaupt eigene Akzente setzen?

Natürlich kann man flankierend auch selbst etwas tun und Ideen und Vorschläge in den Krisenstab einbringen. Die Eingangsschleusen vor Spitälern und das Besuchsverbot dort, das sind solche Eigeninitiativen.

Würden Sie manches anders machen als die Bundesregierung? Oder schneller?

Wir warten teilweise lange auf Erlässe, Verordnungen und Gesetze. Da wird etwas verkündet vom Bundeskanzler, zuletzt etwa die Geschäftssperren. Doch bis das als Rechtsakt konkret bei uns eintrifft, vergehen 24 oder 48 Stunden. Das führt zu Verunsicherung, aber wir können nur um Geduld bitten, weil ja alles rechtlich sauber sein muss.

Interview: Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

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Mittwoch, 01. April 2020
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