27.02.2020 08:20 |

Grenzen dichtgemacht

Coronavirus: Saudi-Arabien sperrt Pilgerströme aus

Aus Sorge vor einer Verbreitung des Coronavirus hat Saudi-Arabien seine Grenzen für Pilgerreisen von Ausländern in die beiden Städte Mekka und Medina geschlossen. Dabei handle es sich um eine vorübergehende Präventionsmaßnahme, teilte das Außenministerium in Riad mit. Im vom Virus schwer getroffenen Südkorea wurden die gemeinsamen Militärübungen mit den USA verschoben, in China, wo die Epidemie ihren Ursprung nahm, stieg die Zahl der Toten und Infizierten auch am Donnerstag - wenn auch langsamer als zuletzt.

Die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA meldete in der Nacht auf Donnerstag, dass neben dem Pilger-Bann vorerst auch Einreisen mit Touristen-Visa aus Ländern ausgesetzt werden, in denen die Verbreitung des Virus eine Gefahr darstelle. Für welche Länder diese Regelung genau gilt, wurde nicht mitgeteilt.

Auch Golfstaaten betroffen: 19 Tote im Iran
Das Königreich hat bisher noch keine Fall des neuartigen Virus Sars-CoV-2 gemeldet. Allerdings sind in den Nachbarländern und der Region zahlreiche Infektionen aufgetreten. Im Iran stieg die Zahl der Covid-19-Toten auf 22. Nach Angaben der Nachrichtenagentur IRNA wurde das Virus bei insgesamt 141 Menschen aus verschiedenen Teilen des Landes bestätigt. Auch die Golfstaaten Kuwait, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie der Irak meldeten mehrere Coronavirus-Fälle. Aus diesen Ländern reisen muslimische Gläubige nach Mekka und Medina, die im Islam als die beiden heiligsten Stätten gelten.

1,8 Millionen Hadsch-Teilnehmer
Zur alljährlichen Großen Wallfahrt Hadsch kommen mehr als 1,8 Millionen Menschen aus dem Ausland nach Saudi-Arabien, wo sie mehrere Tage auf engem Raum den Pilgerritualen folgen. Der diesjährige Hadsch beginnt Ende Juli. Außerhalb dieser Zeit reisen Gläubige auch zur Umrah, der sogenannten Kleinen Wallfahrt, nach Mekka. In Medina steht die Prophetenmoschee mit dem Grab des Propheten Mohammed.

US-Südkorea-Manöver ausgesetzt
Die USA und Südkorea setzen unterdessen geplante gemeinsame Militärübungen aus. Das für das Frühjahr geplante gemeinsame Training von Kommandozentralen werde verschoben, teilten die Streitkräfte der beiden Verbündeten am Donnerstag mit. Zuvor war in Südkorea die Alarmstufe wegen des Coronavirus auf den höchsten Grad heraufgesetzt worden. Das Land ist der größte Herd des Erregers außerhalb von China.

Die südkoreanischen Gesundheitsbehörden meldeten am Donnerstag 334 neue Fälle. Die Zahl der Menschen, die sich nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt haben, kletterte damit auf 1595. Die Zahl der Toten in Südkorea durch das Coronavirus liegt nach jüngsten Angaben des Bürgermeisters von Daegu bei 13. Die Mehrzahl der neuen Fälle konzentriert sich weiter auf die südöstliche Millionenstadt und die umliegende Region.

Auch US-Soldat in Südkorea infiziert
In Südkorea sind rund 28.500 US-Soldaten stationiert, die das Land gegen das mit Atomwaffen ausgerüstete Nordkorea schützen sollen. Am Mittwoch war erstmals ein Fall der Ansteckung mit dem Coronavirus unter den US-Soldaten in Südkorea gemeldet worden. Der 23-jährige Soldat wurde in seiner Wohnung außerhalb der Basis Camp Carroll unter Quarantäne gestellt.

China: Mehr als 400 Neuinfektionen, 29 weitere Tote
In China ist die Zahl der Coronavirus-Infektionen erneut gestiegen - von Mittwoch auf Donnerstag um 433. Weitere 29 Menschen starben an der Lungenkrankheit, wie die Gesundheitskommission mitteilte. Damit sind bereits 2744 Tote in Festlandchina zu beklagen. Die Zahl der offiziell nachgewiesenen Ansteckungen kletterte weiter auf 78.497. Die weitaus meisten neuen Infektionen und Todesfälle wurden einmal mehr aus der schwer betroffenen Provinz Hubei gemeldet.

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