13.07.2010 10:10 |

Muren abgegangen

Schwere Unwetter im Westen und Süden Österreichs

Heftige Unwetter sind am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag in weiten Teilen Österreichs niedergegangen. Im Tiroler Oberland führten zahlreiche Gewitter mit schweren Regenfällen und Hagel zu Murenabgängen und ließen Bäche über die Ufer steigen. Auch in Oberkärnten und Salzburg richteten Gewitter erhebliche Schäden an.

In der Gemeinde von Kappl im Bezirk Landeck verlegte eine riesige Mure die Straße im Ortsgebiet (Bild), bis zu fünf Meter hoch türmten sich Schlamm und Geröll. Laut Sicherheitsdirektion Tirol mussten 50 Häuser evakuiert und bis zu 250 Personen in Sicherheit gebracht werden.

Zahlreiche Straßen wurden gesperrt. Hauptsächlich betroffen waren die Bezirke Landeck und Imst. Murenabgänge oder Überschwemmungen führten zur Sperre der B171 in Strengen, der Paznauntalstraße (B188) zwischen See und Kappl, der L16 im Gemeindegebiet von Jerzens, der L68 in Flirsch und der Hahntennjochstraße (L246).

Am Golfplatz von Seefeld wurden drei Menschen von einem Blitzschlag leicht verletzt. Laut einem Augenzeugen wurden sie zu Boden geschleudert, konnten zwar selbst wieder aufstehen, klagten aber über Kopfschmerzen und Unwohlsein. Sie wurden zur Kontrolle in die Klinik nach Innsbruck gebracht.

Drei Personen bei Gewitter in Kärnten verletzt
In Kärnten traf ein bei einem starken Gewitter umstürzender Baum am Montagabend in Villach zwei aneinander vorbeifahrende Autos. Die Feuerwehr musste den Baum zersägen, um die Insassen befreien zu können. Eine 45-jährige Autolenkerin erlitt schwere Verletzungen, ebenso ein im zweiten Wagen mitgefahrener junger Mann. Der 18 Jahre alte Lenker des zweiten Autos kam mit leichten Blessuren davon. Die beiden Pkw haben nur noch Schrottwert.

Ebenfalls auf ein - allerdings parkendes - Auto gestürzt ist eine 200 Jahre alte Linde in Millstatt. Dabei wurde niemand verletzt. In der Gemeinde Seeboden am Millstätter See fielen mehrere Bäume um und blockierten die örtliche Landesstraße. Mehrere parkende Pkw wurden beschädigt. In Trebesing stürzte eine Tenne ein, auch dort wurden mehrere Autos beschädigt.

Überflutete Keller und Hangrutschung im Pongau
Auch über Salzburg sind am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag schwere Gewitter hinweggezogen. Während es in den meisten Landesteilen keine größeren Schäden gab, waren in den Pongauer Gemeinden St. Johann, St. Veit und Schwarzach zahlreiche Bäume umgestürzt und Keller überflutet.

In St. Johann kam es im Ortsteil Zoglau auch zu einer Hangrutschung. Die Feuerwehren von St. Johann, St. Veit und Schwarzach waren mit 90 Mann im Einsatz und mussten insgesamt 20 Mal ausrücken. Auch in Bad Gastein stand wegen eines Stromausfalls im Seniorenheim der Lift still - die Feuerwehr musste vier Bewohner befreien.

Mure richtete am Arlberg großen Schaden an
Bereits am Sonntag haben in Vorarlberg heftiger Gewitterregen und ein damit verbundener Murenabgang die Einsatzkräfte in Klösterle am Arlberg in Atem gehalten. Nach Angaben von Bürgermeister und Einsatzleiter Dietmar Tschohl müssen an die 30.000 Kubikmeter Geröll und Schlamm mit zum Teil schwerem Gerät beseitigt werden, insgesamt waren 26 Objekte der Arlberggemeinde betroffen. 28 Personen mussten evakuiert werden, verletzt wurde aber niemand. Das Schadensausmaß konnte noch nicht beziffert werden, dürfte aber sehr groß sein.

Am Montagnachmittag standen laut Tschohl mehr als 160 Personen im Hilfseinsatz, darunter 106 Bundesheer-Soldaten. Die Arbeiten reichten vom Auspumpen von Kellern über den Abtransport von Schlamm bis zur Regulierung des Baches, der am Sonntagabend infolge eines Murenabgangs über seine Ufer getreten und mit viel Dreck versetzt in die Häuser im Ortszentrum geflossen war. Auch drei Autos wurden von den Erdmassen zugeschüttet.

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