12.02.2020 08:52 |

Nur 38 Patente

Künstliche Intelligenz: Österreich hinkt hinterher

Mit dem Brexit hat Europa einen Schlüsselspieler in Sachen Forschung und Entwicklung verloren. Das geht aus einer Studie hervor, in der das europäische KI-Ökosystem unter die Lupe genommen wird. Österreich spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Von 2015 bis 2019 wurden im Bereich der künstlichen Intelligenz 2595 Patente angemeldet. Nur 38 davon entfielen auf Österreich, wie aus der Studie „The road to AI - Investment dynamics in the European ecosystem“ von Unternehmensberater Roland Berger und Start-up-Verband France Digitale hervorgeht. Vor Frankreich mit 263 und Deutschland mit 530 Patenten steht Großbritannien mit 623 ganz klar an erster Stelle.

Untersucht wurden die vormals 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie die Schweiz, Israel und Norwegen (das mit nur 32 Patenten sogar noch hinter Österreich liegt).

Israel ist Start-up-Nation
Auch wenn es um Start-ups im KI-Sektor geht, hat Großbritannien (mit 590 Gründungen) vor Frankreich (235) und Deutschland (218) im europäischen Vergleich die Nase vorne - hinter der Start-up-Nation Israel (189 bei einer viel kleineren Bevölkerung) bleiben sie aber wenig verwunderlich in Relation alle zurück.

Die Finanzierung von KI-Start-ups habe laut Aussendung seit 2014 erst richtig Fahrt aufgenommen und wachse seither jährlich um über 50 Prozent: Während 2014 in den untersuchten Ländern insgesamt 528 Millionen Dollar investiert wurden, waren es allein im ersten Halbjahr 2019 über 2,3 Milliarden.

„Europa darf sich nicht weiter im Klein-Klein verlieren“
Wo es aber weiterhin mangelt, auch in Hinblick auf den EU-Austritt Großbritanniens, sei internationale Kooperation, denn noch käme der Großteil der KI-Investitionen aus dem eigenen Land. Beispielsweise stammen mehr als 70 Prozent der KI-Investitionen in Frankreich auch aus Frankreich, während das Land nicht einmal ein Prozent der Investitionen in Deutschland ausmacht.

„Europa darf sich nicht weiter im Klein-Klein verlieren“, warnt Ashok Kaul, Partner von Roland Berger. „Wir benötigen eine Strategie, die den freien Datenfluss sicherstellt, Synergien zwischen den Ländern schafft und damit die unterschiedlichen Stärken und Schwächen bei Patenten, Infrastruktur, Investitionskapazität und Fachkräften ausgleicht.“

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