Brandstifter unterwegs

Mann lief ins Haus und schrie: „Schatz, es brennt“

Nach vier gelegten Bränden im oberösterreichischen Enns gab es in der Nacht zum Mittwoch auch im nahen Hargelsberg zwei Löscheinsätze. Auch für die Fälle dürften Zündler verantwortlich sein.

Es war am Dienstagabend gegen 21.40 Uhr, als Baggerfahrer Günther (29) vor dem gemieteten Haus in Hargelsberg ins Freie trat, um aus dem Garten Holz zum Befeuern der Ofenheizung zu holen. „Zehn Sekunden später ist er hereingestürmt und hat geschrien: ,Schatz, es brennt’“, sagt Doris F. (28). Das Paar nahm den drei Monate alten Sohn Elias und die zwei Hunde, flüchtete ins Freie.

Dort sah auch die Verlobte, dass ein Holzstoß bei der Hauswand in Flammen stand. Die Feuerwehr wurde alarmiert. Vor deren Eintreffen versuchte noch ein Nachbar erfolglos den Brand mit einem Feuerlöscher einzudämmen. Den Einsatzkräften gelang es schließlich, die Gefahr abzuwenden. „Günthers Mutter hat meinen Wagen aus dem Garten in Sicherheit gebracht, ihn leider aber nicht abgesperrt“, schildert die 28-Jährige. Nur eine Stunde später gab es dann die nächste Aufregung: Im Innenraum des weißen VW-Passat von Doris F. brannte es. Auch diesmal waren Feuerwehrleute rasch zur Stelle, löschten die Flammen.

Baggerverfahrer intensiv einvernommen
Die Polizei fand Brandbeschleuniger. Baggerfahrer Günther wurde von den Beamten intensiv dazu einvernommen, hatte aber auch keine Erklärung für das Feuer. Er gab an, dass kurz vor Ausbruch der Flammen ein fremder, dunkler Pkw-Kombi vom Nachbarhaus mit quietschenden Reifen weggefahren sei. „Auch die Hunde haben angeschlagen“, bestätigt Doris F. „Es gibt noch keinen Tatverdächtigen“, betont Polizeisprecher Michael Babl.

Sechs Brandstiftungen
Nach den zwei Brandlegungsfällen in Hargelsberg und den - wie berichtet - vier weiteren Bränden seit Sonntag im Großraum Enns - eine Lagerhalle beim Bahnhof, ein Müllcontainer, ein Mistkübel und ein Holzstoß in einem Waldstück - herrscht bei Feuerwehr und Polizei Alarmstimmung. „Wir hoffen auf Zeugenhinweise, die zu möglichen Tätern führen“, sagt Polizeisprecher Babl.

Die Taten in Hargelsberg dürften mit den Ennser Brandstiftungen eher nichts zu tun haben. „Wir gehen derzeit davon aus, dass es bei den ersten vier Bränden einen Zusammenhang gibt. Das Tatortbild in Hargelsberg unterscheidet sich davon aber. Hier wurden andere Brandbeschleuniger verwendet“, so Babl. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Bei der regionalen Bevölkerung macht sich Sorge breit.

Jürgen Pachner, Kronen Zeitung

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