Mitarbeiter in Sorge

Domweber-Bau aus Oberwart in Konkurs – größte Pleite ’10

Burgenland
30.06.2010 12:47
Über die Domweber-Bau-GmbH. mit Sitz in Oberwart ist vom Landesgericht Eisenstadt am Mittwoch das Konkursverfahren eröffnet worden. Laut KSV1870 beträgt der Schuldenstand nach Unternehmensangaben 7,4 Millionen Euro, damit handle es sich um die heuer bisher größte Insolvenz im Burgenland. Eine Fortführung des Unternehmens, das 74 Mitarbeiter beschäftigt, sei allerdings geplant.

Die Aktiva von Domweber werden nominell mit 4,9 Millionen Euro angegeben - in dieser Summe seien auch bisher nicht einbringliche Forderungen im Ausmaß von 2 Millionen Euro aus einem Großauftrag im Zuge der Errichtung des Institute of Science and Technology (IST) in Maria Gugging in Niederösterreich enthalten.

"Erhebliche Probleme" mit Projekt in Maria Gugging
Als Hauptgrund für die Insolvenz - der Konkurs wurde auf Antrag des Unternehmens selbst eröffnet - werden "erhebliche Probleme" bei der Abwicklung dieses Großauftrages mit einem Gesamtvolumen von 3,4 Millionen Euro genannt. Von der Auftraggeberseite sei nur ein Bruchteil der Werklohnforderung bezahlt worden, hieß es vom KSV1870. Laut dem Österreichischen Verband Creditreform (ÖVC) sei die Auftraggeberin Ende 2009 vom Vertrag zurückgetreten, wodurch ein massiver Liquiditätsengpass entstanden sei.

Verfahren nach neuem Insolvenzrecht
Zur Masseverwalterin wurde die Oberwarter Rechtsanwältin Elisabeth Hrastnik bestellt. Die Prüfungs- und Berichtstagsatzung beim Landesgericht Eisenstadt ist für den 9. August angesetzt - die Frist zur Anmeldung von Forderungen läuft bis 26. Juli. Das Insolvenzverfahren wurde noch nach dem alten Insolvenzrecht eröffnet - ab Donnerstag ist die neue Rechtsvorschrift in Kraft. Sie ermöglicht Schuldnern, anstelle eines Zwangsausgleiches einen Sanierungsplan anzubieten. Dieser soll laut KSV bereits den Regeln des neuen Insolvenzrechts folgen, das für die Annahme von Sanierungsplänen erleichterte Bedingungen vorsieht.

Das Unternehmen soll in der Vergangenheit bereits einen außergerichtlichen Sanierungsversuch unternommen haben. Nach Einschätzung des Kreditschutzverbandes sei dies bei Bauunternehmen aber problematisch. Denn dabei müssten alle Gläubiger gleich behandelt werden. Aufgrund der großen Anzahl alle unter einen Hut zu bringen, sei jedoch in der Praxis kaum darstellbar, so KSV-Experte Alexander Klikovits. Deshalb müsse man sich die Phase der außergerichtlichen Sanierung ganz genau ansehen.

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