19.12.2019 06:00 |

Detektiv beauftragt

Strache ließ seine Freunde bespitzeln

Seit dem Platzen des größten Polit-Skandals der heimischen Geschichte ist die einst heile Welt der freiheitlichen Familie zerrüttet. Jetzt flog eine pikante Überwachungs-Affäre auf: Nach dem Sturz als Vizekanzler ließ Heinz-Christian Strache seine Parteifreunde ausspionieren, weil er offenbar an eine blaue Ibiza-Verschwörung glaubte.

Freund, Feind, Parteifreund - das geflügelte Sprichwort gilt für die FPÖ seit der Veröffentlichung des Videos von einer machtberauschten Nacht ihres damaligen Frontmannes in einer verwanzten Villa mit einer „schoafen Russin“ auf der spanischen Partyinsel.

Dass der gestürzte Parteichef seine früheren politischen Mitstreiter nach seinem unfreiwilligen Rücktritt als mögliche Verräter hinter dem laut seinen Aussagen „politischen Attentat“ sah, beweist nun ein brisantes Detail aus dem Verschlussakt der Staatsanwaltschaft Wien.

Brisante Detektiv-Fotos in Strache-Villa
Denn bei der Razzia samt Handy-Beschlagnahmung im Zuge der Casino-Affäre durch die Soko Ibiza in der (gemieteten) Klosterneuburger Villa von Strache wurde auch das ausführliche Überwachungs-Dossier einer bekannten Detektei sichergestellt. Auf den Schwarz-Weiß-Fotos vom vergangenen Juni, also nach dem Auffliegen des Skandals, zu sehen: die detaillierte Bespitzelung des einstigen (Partei-)Freundes Johann Gudenus, selbst Ibiza-Opfer, durch die Sicherheits-Profis!

Zu diesem Zeitpunkt zahlte übrigens die Partei noch das teure Anwalts-Team des gestürzten FPÖ-Chefs zur Klärung der Ibiza-Hintergründe ...

Treffen in Luxushotel, Fahrt mit dem Fiaker
Der frühere blaue Wiener Vizebürgermeister wurde jedenfalls über Wochen beschattet. Private Treffen mit seiner Ehefrau Tajana an der Bar im Wiener Luxushotel Park Hyatt oder eine Fahrt mit einem Bekannten im Fiaker sind ebenso dokumentiert wie Café- und Restaurantgespräche mit seinem Anwalt sowie aktiven bzw. ehemaligen Politikern. Alles garniert mit Namen, Datum und Uhrzeit.

Auch neuer Wiener FPÖ-Chef Nepp im Visier
Dass Strache aber auch seinem Nachfolger als Wiener FPÖ-Chef nicht über den Weg traute, belegen heikle Ermittlungen des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT). Denn die Staatsschützer wurden alarmiert, weil offenbar auch Dominik Nepp im Visier der Überwachung stand. Einmal habe ein Mann als Spitzel fungiert, dann ein getarntes Pärchen.

Christoph Budin, Kronen Zeitung

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