18.12.2019 11:55 |

krone.at-Kolumne

Eine grüne Frauenministerin - warum nicht?

Während es Ex-Ministerin Juliane Bogner-Strauß in die Steiermark verschlägt, wird nun von Politikbeobachtern darüber spekuliert, ob das Frauenministerium im Fall des Falles zu den Grünen wandern soll. Das wäre gar nicht einmal so eine schlechte Idee.

Die Koalitionsverhandlungen laufen auf Hochtouren, im Jänner will man fertig sein. Das ist ambitioniert. Bis dahin gibt es nämlich noch viele offene Punkte, die geklärt werden müssen. Neben einer Einigung bei den großen Stolperstein-Themen Migration und Klimawandel sind auch noch die Ministerposten zu besetzen. Und da könnte es spannend werden.

Zwar wollte Bald-wieder-Kanzler Sebastian Kurz an seinem alten Regierungsteam festhalten, aber das dürfte sich wohl nicht ganz ausgehen. So hat sich Ex-Finanzminister Hartwig Löger mit einem Daumen-Hoch-Emoji bereits aus der Politik verabschiedet, die ehemalige Frauenministerin Juliane Bogner-Strauß wechselte in die steirische Landespolitik. Zumindest für diese beiden muss also Ersatz gefunden werden.

Über manchen grünen Vorstoß kann man den Kopf schütteln, aber …
Dass das Frauenministerium nun zu den Grünen wandern soll, macht durchaus Sinn, schließlich sind sie seit jeher jene Partei, die sich nicht nur den Klimaschutz, sondern auch Gendergerechtigkeit auf die Fahnen schreibt. Zwar kann man über den ein oder anderen frauenpolitischen Vorstoß der Öko-Partei diskutieren (und vielleicht auch den Kopf schütteln), aber mangelndes Engagement für dieses Thema wird man ihnen nicht vorwerfen können.

Mord-Serie: Österreich hat ein Frauenproblem
Und schließlich gibt es gerade in der Frauenpolitik viel zu tun. Die fortgesetzte Serie an Frauenmorden ist da nur ein Beispiel für Themen, die dringend angegangen werden müssen. Bisher gab es in diesem Jahr 34 Morde an Frauen - und diese alarmierende Zahl kommt nicht aus heiterem Himmel.

Dass Frauen weniger wert sein sollen, ist nicht zu akzeptieren
Es muss aber auch darüber gesprochen werden, dass Frauen in Vorstandspositionen nach wie vor spärlich gesät sind, der Gender-Pay-Gap auch 2019 noch existent ist und weibliche Abgeordnete die Minderzahl bilden. Auch ist nicht zu akzeptieren, wenn von anderen Kulturen das Bild importiert wird, dass Frauen weniger wert seien als Männer. Das muss eine ernst zu nehmende Frauenpolitik schonungslos thematisieren.

Quoten & Co. sind nicht das Allheilmittel
Das alles bedeutet freilich nicht, dass Quotenregelungen oder ein konsequentes Gendern das Allheilmittel gegen Geschlechterungerechtigkeiten sind und jeder, der das kritisch sieht, als Anti-Feminist zum Abschuss freigegeben werden darf. Da macht man es sich zu einfach. Trotzdem lohnt es sich, angesichts der bestehenden Fakten auch in der Frauenpolitik genauer hinzusehen und Probleme hysteriebefreit anzugehen. Und einer grünen Frauenministerin - wer auch immer das letzten Endes auch sein mag - ist das durchaus zuzutrauen.

Katia Wagner, krone.at

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