09.12.2019 17:24 |

Premier über Strafe

Medwedew reagiert: „Antirussische Hysterie“

Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew hat die Strafen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gegen sein Land als „antirussische Hysterie“ von chronischem Ausmaß kritisiert. Die Sperrung von Russland für die Olympischen Spiele in den kommenden vier Jahren sei Teil einer gegen das Land gerichteten Kampagne, sagte Medwedew der Agentur Interfax zufolge am Montag.

Er räumte zwar ein, dass Russland erhebliche Probleme mit Doping habe. „Ich kann das nicht leugnen“, sagte er. Trotzdem hielt er es nicht für gerechtfertigt, dafür die Athleten zu bestrafen. Kurz zuvor hatte die WADA-Exekutive in Lausanne die Sanktionen bekanntgegeben.

Russland müsse beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne Einspruch gegen die Strafen einlegen, sagte Medwedew. Als aussichtslos bezeichnete das aber der Chef der russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA, Juri Ganus (unten im Tweet). Vielmehr müsse untersucht werden, wie es zu der von der WADA nun bestraften massenhaften Manipulation von Daten in einem Moskauer Analyselabor gekommen sei.

Ganus forderte zudem erneut, in der russischen Sportpolitik viele Funktionäre auszuwechseln. Besonders der Leichtathletikverband brauche tiefgreifende Reformen für einen echten Anti-Doping-Kampf. Die gesamte russische Sportpolitik müsse sich hier völlig neu aufstellen.

Putin zur Handlung aufgefordert
Der RUSADA-Chef forderte den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, sich der Sache selbst anzunehmen. „Es gibt einen Präsidenten, von ihm erwarten wir entschlossene Handlungen. Welche tragischen Entwicklungen soll es denn sonst noch geben“, sagte Ganus. Er hatte immer wieder ein mangelndes Bewusstsein in der russischen Politik für den Ernst der Lage beklagt.

krone Sport
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