Kunststoffindustrie

Recycling-Welle schwappt sogar auf Fußball über

Stifte von Stabilo, Ablagefächer, Stempel von Trodat, Skateboards - was bereits alles aus recyceltem Kunststoff hergestellt wird, zeigt der Ansfeldener Anlagenbauer Erema auf der weltgrößten Kunststoffmesse „K“ in Düsseldorf. Die Lust am Wiederaufbereiten erfasst auch den Fußball - mit Hilfe der Firma Fill aus Gurten.

Den blauen Anzug mit weißem Hemd und silbergrauer Krawatte kombiniert, dazu grüne Sportschuhe! Lässig tritt Erema-Geschäftsführer Manfred Hackl mit seinen Mitarbeitern bei der weltgrößten Kunststoff-Messe „K“ in Düsseldorf auf - und wird damit zum Werbeträger für die Möglichkeiten des Kunststoff-Recyclings. „Das Material für die Schuhe kommt von wiederverwerteten Flaschen“, verrät Hackl.

“Kunststofftechniker können Teil der Lösung sein“
In Düsseldorf ist das Wiederverwerten in aller Munde - „alles getrieben von den großen Marken, die stark unter Druck stehen“, weiß Hackl. Erema, Weltmarktführer im Bau von Kunststoffrecyclinganlagen, profitiert davon. „Es ist eine Illusion, zu glauben, wir könnten auf Kunststoff verzichten“, sagt Stephan Kubinger von der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer OÖ. „Die Menschen haben von der Verpackung ein schlechtes Bild, dadurch hat Kunststoff ein schlechtes Image“, so Hackl. Sogar der Andrang auf das Kunststofftechnik-Studium an der Linzer Uni leidet darunter. „Dabei können Kunststofftechniker Teil der Lösung sein“, betont Kubinger.

Adidas vertraut Anlagenbauer Fill aus Gurten
Die Firmen arbeiten weltweit an Lösungen, wollen in ihren Produkten den Anteil von verwendetem Recycling-Kunststoff erhöhen oder sie sie nur noch aus einem Kunststoff herstellen, um sie später recyceln zu können. Adidas etwa tüftelt an einem Fußball, der statt wie bisher aus sechs bis sieben Materialien nur noch aus einem Werkstoff entstehen soll. „Wir entwickeln dafür eine Methode, wie man Fußbälle automatisiert produzieren kann“, verrät Wilhelm Rupertsberger, Leiter der Kunststoff-Sparte bei Fill, „bis zur WM 2026 muss das Ding fliegen“.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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