Mega-Pleite im ÖFB-Cup

5:2! Wattens dreht die Austria durch den Schredder

Was für eine Schmach, was für eine Blamage, was für eine Peinlichkeit! Die Wiener Austria verabschiedete sich „dank“ eines erbärmlichen Auftritts bei der WSG Tirol aus dem ÖFB-Cup, mit 2:5 fiel die Pleite noch dazu recht deutlich aus. Aufseiten der Tiroler zeichnete dabei vor allem Stürmer Kelvin Yeboah, Sohn des legendären ghanaischen Teamspielers Anthony Yeboah, mit einem Viererpack (10., 54., 58., 70.) hauptverantwortlich für das Aus der Wiener. Keine Blöße gab sich hingegen der LASK, der bei Regionalligist Wiener Viktoria mit 4:1 (1:0) gewann.

Oberhaus-Aufsteiger Wattens startete - im Gegensatz zur Liga im eigenen Stadion - stark und fand gleich zwei gute Chancen vor: Erst setzte Florian Toplitsch allein vor Goalie Ivan Lucic den Ball neben das Tor (2.), dann jagte Swoboda aus guter Position den Ball weit darüber (8.). Dass es wenig später „klingelte“, überraschte nicht: Wattens hebelte die Abwehr mit einer schnellen Aktion aus, nach einer Flanke hatte Kelvin Yeboah aus wenigen Metern keine Mühe (10.). Die Austria, die im Vergleich zum jüngsten 2:0 gegen Altach nur Thomas Ebner durch James Jeggo ersetzte, reagierte aber gut. Drei Minuten später schloss Goalgetter Christoph Monschein nach Schuss von Alexander Grünwald und einem Abpraller zum 1:1 ab. Eine echte Steigerung in Violett blieb danach aber aus, es war die einzige brauchbare Phase der Gäste, die in der Offensive keine nennenswerten Chancen verzeichneten.

Die neuerliche Führung durch Benjamin Pranter kurz vor der Pause (42.) war verdient und läutete den Untergang der Elf von Trainer Christian Ilzer ein. Nach Wiederbeginn trat Yeboah vor den Augen seines Vaters, der auch bei Eintracht Frankfurt und beim HSV gekickt hatte, mit einem lupenreinen Hattrick in Erscheinung - seinen fünften Treffer verhinderte nur die Latte (60.). 20 Minuten vor dem Ende war die Pleite für die Austria bittere Gewissheit, der zweite Treffer Monscheins im Finish (87.) änderte nichts daran. Es war bereits die siebente Niederlage im 12. Saisonpflichtspiel, der kleine Hoffnungsschimmer nach dem jüngsten Erfolg gegen Altach am vergangenen Wochenende ist wieder verschwunden.

Vorsaison-Halbfinalist LASK - mit sechs Neuen, u.a. Stürmer Marko Raguz, Mittelfeldmann Valentino Müller und Verteidiger Emanuel Pogatetz - hatte bei der Wiener Viktoria wenig Mühe. In der 11. Minute traf Thomas Goiginger die Stange, ehe Peter Michorl per Freistoß die Führung besorgte: Den aufspringenden Ball brachte Viktoria-Goalie Günther Arnberger nicht unter Kontrolle (13.). Die Oberösterreicher waren abgesehen von einigen „Nadelstichen“der Truppe von ÖFB-Team-Rekordtorschütze Toni Polster drückend überlegen, machten durch Goigingers 2:0 wenige Sekunden nach Wiederbeginn alles klar. Nach Stundenfrist legte der Offensivmann nach (61.). Viktoria-Goalgetter Dominik Rotter schaffte den verdienten Ehrentreffer (65.), ehe Raguz (76.) den Endstand fixierte.

Sturm zittert sich bei Austria Klagenfurt weiter
Erst in der Verlängerung zitterte sich indes Sturm Graz ins Cup-Achtelfinale - letztlich siegten die Steirer bei Zweitliga-Leader Austria Klagenfurt mit 4:2. Im Karawankenblick-Stadion mussten die Grazer aber hart arbeiten, lagen sie doch nach der frühen Führung durch einen Kopfball Thorsten Röchers (6.) im Finish sogar mit 1:2 in Rückstand. Petar Zubak (44.) und Oliver Markoutz (76./Elfer) hatten die Hausherren nicht unverdient in Führung gebracht, ehe Jakob Jantscher ebenfalls vom „Punkt“ seine Truppe in die Verlängerung schoss - auch weil Daniel Steinwender (91.) und Patrick Greil (93.) in der Nachspielzeit zwei Matchbälle für die Austria vergaben. Im letzten Akt hatten die Steirer den längeren Atem, Juan Dominguez (100.) und Ivan Ljubic (111.) sorgten für die Entscheidung zugunsten der Truppe von Trainer Nestor El Maestro.

Der WAC gab sich im Stadtduell keine Blöße. Das Sensationsteam des Europa-League-Auftaktes setzte sich beim Regionalligisten ATSV Wolfsberg mit 6:0 (2:0) durch und fuhr den siebenten Pflichtspielsieg in Serie ein. Der israelische Goalgetter Shon Weissman traf in dreifacher Ausführung (15., 29., 55.). Die weiteren Tore erzielten Dominik Baumgartner (75.), Anderson Niangbo (83.) und Marc Andre Schmerböck (86.). Altach besiegte den Regionalligisten Hertha Wels dank Treffern von Manuel Thurnwald (6.), Mergim Berisha (39.), Johannes Tartarotti (59.) und Bernd Gschweidl (86.) mit 4:1. Die SV Ried behielt in einem dramatischen Zweitliga-Duell mit Vorwärts Steyr auswärts mit 4:3 die Oberhand. Das entscheidende Tor erzielte Manuel Kerhe erst in der 95. Minute, kurz davor hatte der Ex-Rieder Alberto Prada (90.) auf 3:3 gestellt.

Mittwoch-Ergebnisse der 2. Runde im ÖFB-Cup:

WSG Tirol - FK Austria Wien 5:2 (2:1)
Tore: Yeboah (10., 54., 58., 70.), Pranter (42.), bzw. Monschein (13., 87.)

Wiener Viktoria (RL Ost) - LASK 1:4 (0:1)
Tore: Rotter (65.) bzw. Michorl (13.), Goiginger (46., 60.), Raguz (76.)

SK Austria Klagenfurt - SK Sturm Graz 2:4 n.V. (2:2, 1:1)
Tore: Zubak (44.), Markoutz (76./Elfer) bzw. Röcher (6.), Jantscher (85./Elfer), Dominguez (100.), Ljubic (111.)

ATSV Wolfsberg (RL Mitte) - Wolfsberger AC 0:6 (0:2)
Tore: Weissman (15., 29., 55.), Baumgartner (75.), Niangbo (83.), Schmerböck (86.)

WSC Hertha Wels (RL Mitte) - SCR Altach 1:4 (0:1)
Tore: Poljanec (89.) bzw. Thurnwald (5.), Berisha (39.), Tartarotti (59.), Gschweidl (86.)

SK Vorwärts Steyr - SV Ried 3:4 (0:2)
Tore: Bibaku (49.), Kirschner (71.), Prada (90.) bzw. Grüll (4.), Grubeck (15.), Ziegl (78.) Kerhe (95.)

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Mittwoch, 03. Juni 2020
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