19.09.2019 16:06 |

Quote nur bei 25%!

Österreich hinkt beim Plastik-Recycling hinterher

Bei Papier, Glas und Metall klappt das Recycling in Österreich schon sehr gut, bei Plastik hinken wir aber deutlich hinterher. Laut EU-Vorgaben muss die Recyclingquote von Kunststoffverpackungen von den derzeit 25 Prozent bis 2025 auf 50 Prozent verdoppelt werden. Wie das erreicht werden soll, ist noch nicht ganz klar. „Der Zeitrahmen ist zu kurz“, sagte ARAplus-Geschäftsführer Harald Hauke am Donnerstag.

Um auf die heutige Quote von 25 Prozent zu kommen, habe Österreich 25 Jahre gebraucht, so Hauke bei einem Pressegespräch. Eine Verdoppelung in fünf Jahren scheint daher äußerst ambitioniert. ARAplus, eine Tochter der Altstoff Recycling Austria AG (ARA), wird am Freitag einen Folder für Gemeinden, Unternehmen und Konsumenten veröffentlichen, der Ideen liefert, wie dieses Ziel erreicht werden kann.

Diese reichen von der Bewusstseinsbildung bei den Konsumenten und in den Betrieben sowie dem Verzicht auf vermeidbare Verpackungen über recyclinggerechte Verpackungsgestaltung, intensivierte getrennte Sammlung, der Vermeidung von achtlosem Wegwerfen von Abfällen an öffentlichen Plätzen und in der Natur (dem „Littering“) und Hightech-Sortieranlagen bis zu neuen Verfahren in der Verwertung und Digitalisierung.

Zehn bis 15 Prozent trennen Müll nicht
„Komfort spielt beim Mülltrennen eine große Rolle“, sagte Hauke. Einen Schritt in diese Richtung hat kürzlich die Stadt Wien gemacht, indem sie die gelbe und blaue Tonne fusioniert, wodurch künftig Plastikflaschen, Metall und Getränkekartons in einen Container geworfen werden können. Trotz aller Bemühungen würden immer noch etwa zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung gar nicht trennen, sondern alles in den Restmüll schmeißen, so Hauke.

Laut einer Online-Umfrage des Linzer Market-Instituts wünschen sich drei Viertel der Österreicher die Wiedereinführung eines Pfands auf Plastikflaschen. Demnach ist 81 Prozent der Befragten eine umweltfreundliche Verpackung wichtig oder sogar sehr wichtig, rund die Hälfte ist sogar bereit, für alle Einweg-Getränkepackungen - egal ob Dose, Plastik- oder Glasflache - Pfand zu bezahlen.

Außer ÖVP sind alle Parteien für Pfandsystem
Das wäre auch dringend notwendig, denn zurzeit entsorgen nur 42 Prozent der Österreicher ihre gebrauchten Plastikflachen im gelben Sack oder in der gelben Tonne. Bis auf die ÖVP sind sich daher auch alle im Parlament vertretenen Parteien sowie die Grünen einig: An einem Pfandsystem für PET-Flaschen führt kein Weg vorbei.

Auch für zahlreiche Experten und Umweltschützer ist klar: Die von der EU und der Regierung gesteckten Ziele können nur mit der Einführung eines Pfandsystems für PET-Flaschen und Alu-Dosen - das es in verschiedenen europäischen Ländern zum Teil bereits seit vielen Jahren gibt - erreicht werden.

Die heimischen Unternehmen haben zwar erkannt, dass sie aktiv werden müssen, bei der Umsetzung sehen sie aber komplexe Gesetze und hohe Kosten als größte Hindernisse, ergab eine GfK-Befragung unter 150 österreichischen Firmen.

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