Trost nach Horror-Foul

Die traurige Geschichte von Haaland-Vater Alf Inge

Erling Braut Haaland (norwegisch: Haland) ist der lebende Beweis. Der Beweis, dass Hass und Brutalität zu wenig sind, um Talent zu zerstören. Seine Geschichte und die seines Vaters zeigen: Der Name Haland war eine Marke, ist eine Marke und wird immer eine Marke im internationalen Fußball sein. (Er schreibt seinen Namen, wegen leichterer Schreibweise „Haaland“, sein Vater „Haland“). 

Drei Tore für die Ewigkeit, davon spricht nicht nur Fußball-Europa, sondern die halbe Welt. Der Name Haland geht um die Erdkugel, wie vor 18 Jahren, kurz nachdem er geboren wurde. Sein Vater, Alf Inge Haland, damals norwegischer Teamverteidiger, spielte am schicksalsträchtigen 21. April 2001 für Manchester City im Stadtderby gegen Manchester United. Da foulte ihn Uniteds Raubein Roy Keane auf dem rechten Knie (im Video unten bei 14 Sekunden).

„Nimm das, du Schwein!“
Der Einstieg war unnötig, brutal und gemeingefährlich. Noch dazu mit voller Absicht, wie Keane in seinem eigenen Buch zugab: „Ich habe lang genug gewartet. Ich habe ihn verflucht hart getroffen. Der Ball war da (glaube ich). Nimm das, du Schwein. Und steh niemals mehr über mir und spotte über gefakte Verletzungen.“ Keane rächte sich damit für ein Foul aus dem Jahr 1997, als sich Haland über ihn beugte und ihm Simulation vorwarf (im Video oben Sekunde 1-10).

„Es war mein Glück, dass mein Bein in der Luft war, sonst hätte er womöglich noch mehr Schaden angerichtet“, sagte der norwegische Verteidiger, der das Spiel trotz Schmerzen zu Ende spielte und sogar noch die Woche darauf eine Halbzeit bei einem Freundschaftsspiel von Norwegen sich zutraute. Das gegen United war das letzte Profi-Match, bei dem Alf Inge Haland 90 Minuten auf dem Feld sein konnte. Kurz darauf, 2003 musste er nach einer weiteren Verletzung auf seinem anderen Knie mit dem Fußball aufhören. Er sagt noch heute: „Das Foul von Keane war ausschlaggebend für meine Entscheidung, ich habe nie wieder ein ganzes Spiel bestreiten können“.

Für immer Leeds United?
Zum Zeitpunkt des Brutalo-Fouls war Alf Inge Haaland (oben im Bild) 29, sein Sohn gerade mal ein Jahr alt. Niemand wusste, dass er Fußballer wird und eines Tages von allen großen Mannschaften der Welt gesucht wird. Auch von Manchester United. Vom Verein, wo der Peiniger seines Vaters spielte. Und wo er - laut Ex-Trainer Solskjaer - nie spielen würde. Nein, er ist Leeds-United-Fan, wenn schon England, würde Erling Braut bei Leeds spielen, im englischen Ort, wo er geboren ist.

Sohn eines noblen Kämpfers
„Erling“ bedeutet auf Norwegisch Sohn eines noblen Mannes, eines Kämpfers. Braut heißt so etwas, wie der Wegbereiter. Der Weg ist anscheinend noch lang für die Familie Haland. Erling ist erst 19, wie er sagte, der 6:2 Sieg war das beste Gefühl, was er je in seinem Leben hatte. Er bleibt am Boden. Sein Ziel verriet er dem „Guardian“: „Ich will die Premier League mit Leeds gewinnen und ein besserer Spieler werden, als mein Vater.“

Seinen Papa würd’s am meisten freuen.

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