07.09.2019 06:01 |

Bedrohung wächst

Akute Atomgefahr an unseren Grenzen

Ungeachtet aller tödlichen Risiken rüstet die Atomlobby an unseren Grenzen massiv auf! Für Österreich stellt das eine wachsende Bedrohung dar ...

„An unseren Grenzen surren 13 Atomkraftwerke. Die allermeisten sind uralt, damit marode - und die Gefahr eines gravierenden Unglücks mit einer Verstrahlung des halben Bundesgebietes wächst mit jeder Stunde“, warnt Anti-Atomexpertin Patricia Lorenz angesichts der erneuten Ausbaupläne der Meilerlandschaften an unseren Grenzen!

Atom-Offensive in Nachbarländern
Wie berichtet, haben zwei Nachbarländer Österreichs in einem Akt des beispiellosen politischen Affronts eine massive Atom-Offensive angekündigt: Slowenien will in Krsko einen zweiten Reaktor errichten und Tschechien plant den Bau eines fünften und sechsten Meilers in Dukovany. Beide Anlagen liegen nur wenige Kilometer von unserer Grenze entfernt. Massiv erhöhte Strahlungsgefahr bei einem Reaktorunglück inklusive.

Kritisch sieht Ex-Ministerin Elisabeth Köstinger auch die angepeilte AKW-Laufzeitverlängerungen. „Für uns ist die Verlängerung der Laufzeit eine so gravierende Projektveränderung, dass dafür eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung selbstverständlich sein muss! “

Klage nach dem EU-Beihilferecht prüfen
Ein Musterurteil gibt der ÖVP-Mandatarin Recht. Denn zuletzt hatte sogar der Europäische Gerichtshof in einem Urteil kritisiert, dass die Verlängerung von Laufzeiten in einem belgischen AKW ohne eine neue Ökoprüfung erlassen worden war. Köstinger erneuerte daher ihre Forderung nach der Offenlegung der Finanzierung des neuen Reaktors in Dukovany: „Wenn auf dem Tisch liegt, wer das bezahlt, dann können wir eine Klage nach dem EU-Beihilferecht prüfen.“ Die Anti-Atomkämpferin hat bereits gegen den Ausbau von Paks II in Ungarn und Hinkley Point C in Großbritannien den Klagsweg beschritten hatte.

In diesem Punkt kann Österreich schon nächste Woche wieder einsetzen - der jetzige Finanzminister Eduard Müller ist Vertreter Österreichs im „Board of Directors“ der Europäischen Investitionsbank, die kommenden Dienstag die Leitlinien für Kredite der Bank abstimmt. Der brisante Punkt: Noch sind Atom-Kredite möglich.

„Das muss gestoppt werden. Neue Atomkraftwerke sind in der EU nicht nur verantwortungslos, sondern auch völlig unwirtschaftlich und daher ohne Kredite unfinanzierbar“, stellt OÖ-Grün-Landesrat Rudi Anschober fest. Drastisches Beispiel: Auch die bestehenden Akw-Baustellen im französischen Flamenville und im finnisches Okiuloto wurden aus diesen Gründen durch eine Vervielfachung von Bauzeit und Kosten zum absoluten Debakel.

Mutiger Protest
Global-2000-Experte Reinhard Uhrig macht Mut zum Widerstand gegen die „weltweit sterbende“ Atomindustrie.

„Krone“: Macht Widerstand denn überhaupt Sinn?
Reinhard Uhrig: Ja natürlich - wenn man gemeinsam entschlossen eintritt. Zuletzt wurde eine internationale Prüfung der Chaos-Baustelle Mochovce 3 durchgesetzt.

Die Atomindustrie wächst immer noch weltweit?
Nein, sie stirbt! 2017 ging der US-Reaktorbauer Westinghouse in Konkurs, der französische Konzern AREVA musste vom Staat gerettet werden.

Wo sind die nächsten Angriffe der Atom-Lobby zu erwarten?
Es gibt immer wieder Versuche unter dem Deckmantel der Klimafreundlichkeit neue Reaktoren mit Unsummen von Steuergeld zu bauen. Wachsamkeit ist nötig!

Daten und Fakten
Werden alle Emissionen der gesamten Kette - von Uran-Erz-Abbau über Anreicherung, Brennelemente-Produktion, Bau, Betrieb, Abriss der Reaktoren, Lagerung des Mülls für Hunderttausende Jahre - berücksichtigt , so schneidet die Atomkraft dramatisch schlechter ab als erneuerbare Energieträger!

Ein Atomreaktor stößt bis zu 146 Gramm CO2 pro Kilowattstunde aus. Das ist um vieles mehr als ein Windrad (2,8 bis 7,4 Gramm) oder eine Solaranlage (19 bis 59 Gramm).

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