06.08.2019 06:01 |

Sicherheitsdebatte

Kinderanhänger als tödliche Gefahr

Blankes Entsetzen und ohnmächtige Trauer nach dem furchtbaren Unfall mit zwei kleinen Kindern und ihrer Mutter bei Tulln (NÖ). Nach einem Ausflug mit dem roten E-Bike samt ihren beiden Töchtern sowie zwei Chihuahuas im Radanhänger fuhr eine 39-jährige Frau auf der Bundesstraße B19 gemütlich nach Hause. Plötzlich wurde das ungeschützte Gespann von einem Lenker ungebremst mit dem Auto gerammt. Der Unfall hat nun eine Sicherheitsdebatte über Radanhänger in Österreich ausgelöst.

Immer öfter werden E-Bikes, Roller und Fahrradanhänger zur tödlichen Gefahr. ÖAMTC-Experte Steffan Kerbl erklärt gegenüber der „Krone“, wie gefährlich solche Gespanne sind: „Sie sind nicht gefährlicher als ein Kindersitz oder Lastenfahrrad. Das Risiko hängt immer vom Einsatzgebiet ab.“ Das Problem sei, dass diese Verkehrsteilnehmer „sehr verwundbar“ seien. Man sitze auf einem leichten Fahrzeug ungeschützt im Freien, so der Experte.

Was er empfiehlt? „Das Maximum an Schutz, was möglich ist. Also im Anhänger und auch auf dem Rad Helme zu tragen. Unbedingt darauf achten, wo ich unterwegs bin. Besser ist es natürlich, stark befahrene Straßen zu meiden und lieber einen Umweg in Kauf zu nehmen.“

Nehmen Unfälle zu? Allein durch die stark zunehmende Zahl an E-Bikes, Tretrollern oder auch Gespannen wird es immer mehr schwere Unfälle geben. Ein Blick auf die Statistik aus dem Vorjahr zeigt: Laut ÖAMTC verunglückten allein 2018 40 Radfahrer tödlich. 42,5 Prozent davon - also 17 - waren E-Biker. Ein alarmierender Höchstwert!

Die „Krone“ hat sich umgehört, was die Österreicher über Fahrradanhänger denken.

Jochen Hafner (33) aus Deutsch Kaltenbrunn (Bgld.): "Ich habe selbst eine fünf Monate alte Tochter, habe beim Radfahren aber keine Bedenken. Natürlich muss man im Straßenverkehr immer aufpassen, mit Kindern noch viel mehr. Aber ich glaube nicht, dass man sich fürchten muss.

Melanie Zehner (35) aus Mariapfarr im Salzburger Lungau ist Mutter eines Sohnes. Ihre persönliche Meinung zu der brandaktuellen Problematik: „Ich finde solche Anhänger viel zu gefährlich. Ich bin der Meinung, dass diese für den Transport von kleinen Kindern generell verboten gehören.“

Natascha Schreilechner (35) aus Rum in Tirol ist dreifache Mutter und verfügt seit vier Jahren über einen Fahrradanhänger: „Ich traue mich damit allerdings nicht mit den Kindern zu fahren, da mir das zu gefährlich ist. Dennoch ist er in Verwendung - und zwar schiebe ich ihn samt Kindern bei unseren Spaziergängen.“

Marie-Claire Keplinger (21) aus Marchtrenk (Oberösterreich): „Im Vergleich zu Fahrradanhängern finde ich, dass man bei Kindersitzen direkt am Rad eine bessere Kontrolle über die Kleinen hat. Trotzdem finde ich keinen Kindersitz wirklich geeignet, und hundertprozentige Sicherheit kann man nicht haben.“

Wolfgang Müller aus Graz: „Wir haben unsere Tochter von klein auf im Kindersitz auf dem Fahrrad mitgenommen, gesichert und mit Helm. Einen Anhänger würde ich nicht verwenden. Da ist das Kind auf Höhe mit den Auspuffgasen. Und im Straßenverkehr wäre mir so ein Anhänger zu gefährlich.“

Dietmar Jaritz (53), aus Klagenfurt: "Von den Anhängern halte ich gar nichts, da sie sich auf einer niedrigen Höhe befinden, die man als Autofahrer leicht übersieht. Vor allem beim Rückwärtsfahren ist es gefährlich. Ich würde Fahrradsitze verwenden. Da sitzen die Kinder auf gleicher Höhe wie der Radfahrer.

Kronen Zeitung/krone.at

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