17.07.2019 06:00 |

Bald neue Kriterien?

ÖVP: Fast jeder soll tauglich fürs Bundesheer sein

Durch Österreich marschiert ein Heer an Untauglichen: Jeder vierte Stellungspflichtige ist aus gesundheitlichen Gründen von Wehr- oder Zivildienst befreit, in Wien gar jeder dritte. Geht es nach der ÖVP, sind die Kriterien dafür zu locker: Die Ex-Kanzlerpartei fordert in ihrem Wahlprogramm die Einführung einer Teiltauglichkeit, wie ihr Klubobmann nun der „Krone“ erklärte. Einer von vier 18-Jährigen ist so ungesund, dass er für das Bundesheer nicht zu gebrauchen ist.

Zwar variieren die Werte von Bundesland zu Bundesland - in Wien ist gar jeder Dritte untauglich -, der Trend aber ist eindeutig: Die Zahl der Stellungspflichtigen nimmt aufgrund geburtenschwacher Jahrgänge ab, der Anteil an Untauglichen steigt indes. Die Hauptgründe sind Bewegungsarmut, die Folgen schlechter Ernährung, Sehschwächen und psychische Probleme.

Personal fehlt
Was zuallererst einmal ein verheerendes Bild für den Gesundheitszustand unserer Gesellschaft ist, wurde längst für Heer und Rettungsdienste zum Problem. Schließlich fehlt schlicht das Personal, vor allem der Zivildienermangel ist eklatant. Deshalb feilt auch seit Monaten eine Arbeitsgruppe im Heer an möglichen Tauglichkeitsreformen.

Schweizer als Vorbild
Dieser Prozess läuft zwar noch immer, das laut Verteidigungsressort nahende Ergebnis will die ÖVP allerdings nicht mehr abwarten: Die Ex-Kanzlerpartei prescht vor und verspricht, die Hürden zur Befreiung zu erhöhen. Nach Schweizer Vorbild soll eine Teiltauglichkeit eingeführt werden.

Büro oder Küche für Teiltaugliche
Schon jetzt gibt es freilich gesundheitsbedingte Befreiungen für Wehr- oder Zivildiener, der im türkisen Wahlprogramm fixierte Vorstoß ist allerdings radikaler: Wer teiltauglich ist, wäre laut ÖVP „für eine Verwendung im Büro, in der Küche oder einer anderen individuell passenden Tätigkeit“ zur Unterstützung in Heer oder Zivildienst vorgesehen. In der Schweiz betrifft dies übrigens rund 15 Prozent eines Jahrgangs. Grund für eine völlige Befreiung soll laut ÖVP-Klubchef August Wöginger letztlich nur noch eine körperliche oder geistige Behinderung sein.

Klaus Knittelfelder, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Bei Prevljak-Comeback
Wöber-Debüt bei lockerem 7:1 von Red Bull Salzburg
Fußball National
Nach üblem Rad-Sturz
Basel-Coach Koller wird vorerst NICHT operiert!
Fußball International
„Ein Kind von Rapid“
Fix! Rapid-Verteidiger Müldür wechselt zu Sassuolo
Fußball International
Vergewaltigung?
Enthüllung! Cristiano Ronaldo zahlte Schweigegeld
Fußball International
1. Titel verspielt
Marko Arnautovic scheitert im China-Cup-Halbfinale
Fußball International
Verdacht der Täuschung
Nächste Razzia: Anwalt im Visier der Soko Ibiza
Österreich
Talk mit Katia Wagner
Strache - seine Zukunft nach den Skandalen
Österreich
Tatwaffe Küchenmesser
Mann (54) niedergestochen - Ehefrau festgenommen
Niederösterreich

Newsletter