03.07.2019 19:00

Talk bei Katia Wagner

Rauchverbot: „Es geht ums Überleben der Betriebe!“

Von der türkis-blauen Regierung noch gekippt - jetzt ist es fix. Mit 1. November 2019 kommt in ganz Österreich das allgemeine Rauchverbot in der Gastronomie. Was bedeutet das für die heimischen Wirte? Was wird aus den über 500 Shisha-Bars? Und geht dieses Verbot zu weit? Diese Fragen diskutierte Moderatorin und krone.at-Kolumnistin Katia Wagner am Mittwoch mit einer Expertenrunde im „Krone“-TV-Studio. Mit dabei diesmal: Baulöwe und „Raucher-Freund“ Richard Lugner, Peter Dobcak (Spartenobmann Gastronomie an der Wirtschaftskammer Wien), Tischlermeister und Krebspatient Dietmar Erlacher sowie „Umweltmediziner“ Manfred Neuberger. Die Highlights sehen Sie im Video oben, die vollständige Sendung können Sie hier nachsehen!

„Es ist heute eine wissenschaftlich gesicherte Tatsache, dass Passivrauchen sehr ähnliche Krankheiten wie Aktivrauchen verursacht“, sagt Internist Manfred Neuberger. Er warnt vor den Folgen des unfreiwilligen Einatmens von Zigarettenrauch. So können Lungenkrebs, Herzinfarkte und Schlaganfälle auch durch Passivrauchen entstehen. Außerdem habe man nach der Einführung der rauchfreien Gastronomie in anderen Ländern einen „signifikanten Rückgang der Atemwegs- und Lungenerkrankungen“ in der Gesamtbevölkerung festgestellt.

Neuberger will in seiner Aufgabe als Arzt auch Selbstschädigung verhindern: „Man will den Raucher motivieren aufzuhören - und das wird ihm leichter gemacht, indem man ihn nicht in gemütlicher Atmosphäre überall rauchen lässt. Wenn er dafür hinausgehen muss, wird ihm vielleicht bewusster, dass das ja gar kein Genuss ist, sondern eine Sucht.“

Ausnahmen nach deutschem Vorbild gefordert
Peter Dobcak, Spartenobmann Gastronomie an der Wirtschaftskammer Wien, will in dieser Debatte nicht über die Gefahren des Aktiv- und Passivrauchens sprechen. Dass beides schädlich ist, sei ohnehin jedem klar. Umso mehr geht es dem Interessenvertreter um das Überleben vieler Betriebe und den Anrainerschutz: „Wenn die Leute zum Rauchen hinaus auf die Straße gehen und hier eine Lärmbelästigung stattfindet, dann ist das für die Anrainer genauso gesundheitsschädlich.“ Für das Überleben von Betrieben wie Nachtlokalen, Shisha-Bars und Diskotheken fordert er Ausnahmen, wie es in den meisten deutschen Bundesländern der Fall ist.

„In Summe geht‘s uns darum, die Raucherquote zu senken. Denn das Rauchen ist eine Droge, eine Sucht“, so „Raucher-Sheriff“ und Krebspatient Dietmar Erlacher. Argumente wie jene, dass man den Rauchern mit diesem Verbot ihre Lebensfreude nehme, lässt er nicht gelten: „Dann müsste man anderen Drogensüchtigen auch dieses Lebensgefühl lassen. Die sind nämlich auch froh, wenn sie ihre Drogen haben.“

Richard Lugner sieht im allgemeinen Rauchverbot eine Gefahr für viele seiner Lokale in der Lugner City: „Vor einigen Jahren, als das Gesetz für abgetrennte Raucher- und Nichtraucherbereiche eingeführt wurde, haben vor allem die Espressos und die Lokale, wo man trinkt, 25 bis 30 Prozent ihres Umsatzes verloren.“ Danach hat man viel Geld in die Hand genommen, um getrennte Bereiche zu machen. „In die Raucherräume brauchen ja nur die Raucher hineinzugehen und nicht die Nichtraucher“, so der Baumeister.

Sämtliche Ausgaben unseres Talk-Formats - immer mittwochs ab 19 Uhr hier auf krone.at - mit Moderatorin und krone.at-Kolumnistin Katia Wagner zum Nachsehen sowie Highlight-Videos finden Sie unter krone.at/brennpunkt. Neuerdings ist die Sendung auch jeden Mittwoch ab 22 Uhr auf n-tv Austria zu sehen.

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Markus Steurer
Markus Steurer

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