23.06.2019 06:01 |

CPUs im Vergleich

AMD oder Intel: Wer liefert mehr Power pro Euro?

Am Prozessormarkt geht es spannend wie schon lange nicht zu. Nach Jahren der totalen Intel-Dominanz hat der kleinere Rivale AMD mit seiner Ryzen-Familie nicht nur zu Intel aufgeschlossen, sondern den Marktführer beim Preis-Leistungsverhältnis regelrecht bloßgestellt. Angesichts des bevorstehenden Starts der dritten Ryzen-Generation stellt sich die Frage, wer aktuell mehr Power fürs Geld bietet.

Das IT-Magazin „PC World“ hat aktuelle und ältere AMD- und Intel-Prozessoren verglichen, um das zu beantworten. Weil die dritte Ryzen-Generation noch nicht unabhängig getestet werden konnte, die Daten aber bekannt sind, hat man sich dabei für einen reinen Vergleich der Zahlen entschieden. Verglichen wurden die Preise der Chips mit der maximalen Zahl der gleichzeitigen Rechenvorgänge (Threads) und der maximalen Taktfrequenz. Keine Berücksichtigung fanden Faktoren wie Stromverbrauch, Leistung pro Takt, integrierte Grafik oder Lieferumfang. Einen groben Überblick über das Preis-Leistungsverhältnis bieten aber auch die nackten Zahlen.

Preis pro Thread bei AMD weit geringer
Das Ergebnis der Vergleiche: Wer möglichst viele Threads - praktisch etwa beim Videoschnitt und anderen sehr rechenintensiven Vorgängen - möchte, greift ganz klar zu AMD. Jeder einzelne aktuelle AMD-Prozessor - von den Workstation-Chips der Threadripper-Reihe über den frisch angekündigten 16-Kerner Ryzen 3 3950X bis hin zum bereits etwas älteren Ryzen 5 2600 - ist, pro Thread gerechnet, spürbar günstiger als die Intel-Konkurrenz. Das liege vor allem daran, dass Intel bei seinen günstigeren CPUs oft kein Hyper Threading - also die virtuelle Verdopplung der Rechenkerne - anbiete und starke CPUs der Core-i9-Reihe so teuer sind, dass auch viele Threads und Kerne das Preis-Leistungsverhältnis nicht sonderlich verbessern.

Zum Vergleich: AMDs Ryzen 5 2600 mit sechs Kernen und zwölf Threads kommt im „PC World“-Vergleich auf einen Preis von zwölf US-Dollar pro Thread, bei Intel weist der Core i9-9900 mit acht Kernen und 16 Threads mit 27 US-Dollar pro Thread das beste Preis-Leistungsverhältnis auf. Das schlechteste Thread-Preis-Verhältnis bei AMD gibt es beim Threadripper 2950X mit 16 Kernen und 32 Threads um 26 Dollar pro Thread. Das schlechteste Verhältnis bei Intel ist beim Core i9-9980XE mit 18 Kernen und 36 Threads um 56 Dollar pro Thread errechnet worden.

Beim Preis pro Megahertz ist Intel näher dran
Bei der Taktfrequenz wird es knapper. Hier hat „PC World“ den maximalen Turbo-Takt jedes Chips mit dem Verkaufspreis verglichen und errechnet, was der jeweilige Prozessor pro Megahertz kostet. Auch hier ist AMD vor allem mit seinen Ryzen-Chips der zweiten Generation führend. Ein Ryzen 5 2600 beispielsweise kostet vier US-Cent pro Megahertz, beim Nachfolger aus der kommenden dritten Generation sind es fünf Cent pro Megahertz. Dieses Verhältnis zeigt sich auch beim bestplatzierten Intel-Chip im Vergleich: Der Core i5-9600 mit sechs Kernen (aber auch nur sechs Threads) kostet ebenfalls fünf Cent pro Megahertz.

Das schlechteste Preis-Leistungsverhältnis pro Megahertz haben im Vergleich Prozessoren mit hoher Kern- und Threadzahl, wie man sie am ehesten in Workstations findet. Kein Wunder: Sie sind zwar durch die höhere Kernzahl deutlich mächtiger als CPUs mit weniger Kernen und kosten auch entsprechend mehr, die Taktfrequenz liegt aber meist nicht über jener von Chips mit weniger Kernen. Das führt bei Server-Chips wie Intels Xeon W-3175X mit 28 Kernen und 56 Threads zu einem Preis pro Megahertz von 79 Cent. Beim Core i9-9980XE (18 Kerne, 36 Threads) sind es 45 Cent, beim in dieser Disziplin am schlechtesten abschneidenden AMD-Prozessor Threadripper 2990WX (32 Kerne, 64 Threads) sind es 38 Cent pro Megahertz.

Fazit: Auch, wenn Variablen wie die Rechenleistung pro Takt, bei der Intel in der Vergangenheit etwas vor AMD lag oder der Stromverbrauch nicht in diesen Vergleich eingeflossen sind, und auch Faktoren wie der Lieferumfang - AMD legt seinen Chips bessere Kühler bei als Intel - unberücksichtigt blieben, hat laut „PC World“ AMD derzeit meist die Nase vorn. Ein guter Anhaltspunkt für PC-Bauer und Aufrüster - auch, wenn man sich vor dem Kauf immer ein Gesamtbild machen und beispielsweise auch die Mainboard-Kosten, die bei AMD zuletzt durch den teureren neuen X570-Chipsatz für die dritte Ryzen-Generation gestiegen sind, in seine Berechnungen mit einbeziehen sollte.

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