Neustart mit Single

Jetzt fix: Conchita macht als „Wurst“ weiter

Adabei
08.03.2019 06:33

Nun ist die Katze aus dem Sack: Österreichs Künstler Tom Neuwirth (30) hat seine Kunstfigur Conchita am Freitag „beerdigt“ - jedenfalls für den Moment. Denn Conchita wird weiter existieren, daneben gibt es künftig aber auch „Wurst“. So ist das neue Electroprojekt betitelt, von dem bereits eine neue Single (siehe Video oben) veröffentlicht wurde. Das Spiel mit Geschlechterrollen zieht sich aber auch hier fort.

Auf dem Instagram-Account „conchitawurst“ hatte Neuwirth in den vergangenen Tagen sechs Beiträge gepostet, die auf eine große Ankündigung am Freitag hindeuteten. Nach drei komplett schwarzen Bildern folgten zuletzt die Buchstaben T, O und M, die mit den Begriffen Truth (Wahrheit), Over (vorbei) und Magnitude (Größe, Stärke) versehen wurden.

„Trash All The Glam“ heißt die neue Single
Um Punkt Mitternacht lüftete der 30-Jährige auf dem Account nun das Geheimnis rund um seine berufliche Zukunft. „Trash All The Glam“ heißt der Premierensong von „Wurst“ und ist bereits auf Spotify abrufbar. „Wurst“ zeigt sich dabei auf den neuen Coverbildern nicht mehr in den gewohnten Frauenkleidern, sondern posiert in Freizeitkleidung vor einer Rolltreppe. Das Gesicht ist dabei verhüllt.

Auf einem anderen Bild präsentiert sich „Wurst“ in einem Ganzkörper-Latex-Anzug, den der Künstler - wie übrigens auch das Sportoutfit - im Video zu seinem neuen Song trägt. Die Kommentare über das neue Auftreten fallen vornehmlich positiv aus.

Conchita und „Wurst“ existieren künftig parallel
„Ich bin hierhergekommen, um ich selbst zu sein“, nimmt „Wurst“ im Songtext der Electro-Nummer ebenfalls Bezug auf seine Metamorphose. „Je mehr ich mir selbst vertraue, desto strahlender bin ich.“ Ein Schlussstrich unter den Zeiten, in denen sich Tom Neuwirth völlig auf das verlassen hat, was ihm geraten wurde, und ein klares Bekenntnis zu schonungslosem Beschreiten des eigenen künstlerischen Weges.

Fest steht aber: Conchita und „Wurst“ sollen künftig parallel existieren, womit Tom Neuwirth beide Bühnenpersönlichkeiten trennt. Conchita als „höfliche und feminine Medien-Ikone“, die laut dem Labelstatement weiterhin für „hervorragend fesselnde Live-Unterhaltung mit ihrem Mix aus Glam-Pop und Diven-Songs“ sorgen soll. Und „Wurst“ andererseits als „der maskuline, kompromisslose Electro-Newcomer, der sich um keine andere Meinung zu scheren scheint“. Gerade in den Songtexten werde nun mehr von Neuwirth und seinem Leben preisgegeben,

Von „Starmania“ zum Song Contest
Schon in den vergangenen Monaten hat sich Neuwirth, der als Conchita Wurst 2014 mit „Rise Like A Phoenix“ den Eurovision Song Contest gewann, deutlich verändert. Der 30-Jährige ist durch viel Training deutlich muskulöser geworden. Beim Grazer Tuntenball sowie beim Wiener Opernball präsentierte er sich dann überraschend mit Glatze.

Conchita am 1. März beim Opernball 2019 in der Staatsoper Hannover (Bild: Ulrich Stamm / dpa Picture Alliance / picturedesk.com)
Conchita am 1. März beim Opernball 2019 in der Staatsoper Hannover
Conchita mit Glatze und im weißen Kleid beim Wiener Opernball 2019 (Bild: babiradpicture_abp)
Conchita mit Glatze und im weißen Kleid beim Wiener Opernball 2019

Neuwirth nahm 2006 an der ORF-Castingshow „Starmania“ teil und war später in einer Boyband, bevor er als Travestiekünstler unter dem Namen Conchita Wurst auftrat. In dieser Rolle erschien er in der ORF-Talentshow „Die große Chance“ und wurde vom Sender schließlich 2014 zum Eurovision Song Contest nach Kopenhagen geschickt.

Conchita bei ihrem Song-Contest-Auftritt (Bild: AP)
Conchita bei ihrem Song-Contest-Auftritt

Kunstfigur Conchita 2011 erschaffen
Ein mögliches Aus für die 2011 erschaffene Kunstfigur Conchita hatte sich schon länger abgezeichnet. Neuwirth hatte zuletzt immer wieder betont, dass er die Figur männlicher anlegen wolle. Auch eine Karriere mit seinem richtigen Namen schloss der Künstler nicht aus. „Ich bin nicht mehr der Drag Artist im goldenen Kleid“, sagte er im November in einem Interview mit Blick auf sein früheres Auftreten als Dragqueen, also als Kunstfigur.

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(Bild: kmm)



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