25.12.2018 18:30 |

Kein Weihnachtsfrieden

Antisemitismus-Vorwürfe gegen die „Gelbwesten“

Kein Weihnachtsfrieden in Frankreich: Auch während der Feiertage gehen in zahlreichen Teilen des Landes die „Gelbwesten“-Proteste weiter - wenn auch die Zahl der Teilnehmer sinkt. Während die Regierung in Paris nach den wochenlangen Aufständen nun eine „Rückkehr zur Ordnung“ fordert, sieht sich die von einer breiten Bevölkerungsschicht getragene Bewegung gegen die sozialen Missstände nun mit Antisemtisimus-Vorwürfen konfrontiert. So verurteilte der Dachverband der jüdischen Organisationen in Frankreich Gewalt gegen jüdische Mitbürger durch Personen in gelben Westen.

Der Verband bezog sich unter anderem auf einen Vorfall in der Pariser Metro vom vergangenen Wochenende. Nach Darstellung der Tageszeitung „Le Monde“ fielen dort drei Männer in gelben Westen mit dem sogenannten Quenelle-Gruß auf, der - linke Hand auf dem durchgestreckten rechten Arm - an den Hitlergruß erinnert. Eine ältere Frau, die gesagt habe, sie sei Jüdin, sei von den Männern daraufhin beschimpft worden, berichtete die angesehene Zeitung unter Berufung auf den Journalisten und Augenzeugen Thibaut Chevillard. Der Verband äußerte sich nicht im Detail zu dem Vorfall.

Polizist zieht Waffe gegen Randalierer
Der CRIF verurteilte auch den Angriff auf Polizisten auf Rande der „Gelbwesten“-Demonstration in Paris vom vergangenen Samstag. Der Fernsehsender BFMTV hatte berichtet, dass drei Motorrad-Polizisten auf den Champs-Elysees brutal angegriffen wurden, einer der Beamten zog dabei auch kurzzeitig seine Waffe. Die Kriminalpolizei ermittelt laut Staatsanwaltschaft in dieser Sache (siehe Video unten).

Droht chaotischer Jahreswechsel in Paris?
Die „Gelbwesten“ protestieren trotz der Zugeständnisse durch Präsident Emmanuel Macron in Form von Steuerbefreiungen und einem erhöhten Mindestlohn seit November. Am vergangenen Wochenende waren in Frankreich knapp 40.000 Menschen auf die Straße gegangen. Viele fordern weitere Steuersenkungen, Volksabstimmungen nach schweizerischem Vorbild sowie den Rücktritt Macrons.

Für Silvester sind auf dem Pariser Prachtboulevard Champs-Elysees neue Proteste angekündigt. Traditionell läuten dann Tausende Touristen und Einheimische auf dem Boulevard das neue Jahr ein.

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