12.12.2018 06:00 |

Zeitliche Verzögerung

FPÖ-Historikerbericht kommt ein halbes Jahr später

Ein Zwischenbericht im Herbst, der Endbericht mit Jahresende. Das war der Zeitplan für die von der FPÖ eingesetzte Historikerkommission, die die NS-Vergangenheit der Partei aufarbeitet. Jetzt kommt es zu zeitlichen Verzögerungen. Der Endbericht soll nun doch erst zur Jahresmitte 2019 vorgelegt werden.

Seit einem knappen Jahr arbeitet eine von der FPÖ eingesetzte Historikerkommission „dunkle Flecken“ der Parteigeschichte auf. Anlass, sich damit auseinanderzusetzen, war die sogenannte NS-Liederbuchaffäre. Ein kurzer Rückblick: Anfang diesen Jahres tauchte ein Liederbuch der Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt auf, in dem auch eine Reihe antisemitischer und rassistischer Liedtexte enthalten sind.

Daraufhin hatte es die FPÖ eilig, sich mit der NS-Vergangenheit ihrer eigenen Partei auseinanderzusetzen. Ein Zwischenbericht sollte schon im Herbst kommen, der Endbericht mit Jahresende. Jetzt kommt es zu zeitlichen Verzögerungen. Der Zwischenbericht wurde mittlerweile aber fertiggestellt, kündigte Kommissions-Leiter Wilhelm Brauneder im „Standard“ an. Präsentiert werden soll dieser aber erst mit Jahresanfang.

Endergebnis kommt noch vor dem Sommer
„Ein halbes Jahr später, noch vor dem Sommer, legen wir dann auch den Endbericht vor“, kündigt FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky in der „Krone“ an. Der FPÖ-General räumt ein, dass der Endbericht mit Jahresende 2018 „ein ambitioniertes Ziel“ gewesen sei. „Erkrankungen und zeitlich eingeschränkte Verfügbarkeiten von Experten“ seien die Gründe für die zeitlichen Verzögerungen.

Sollte das neue Timing halten und die FPÖ ihren Endbericht tatsächlich mit Jahresmitte 2019 vorlegen, ist die Partei dennoch vergleichsweise zügig unterwegs. ÖVP und SPÖ haben sich schon vor einigen Jahren mit ihrer NS-Vergangenheit auseinandergesetzt - und dafür mehrere Jahre gebraucht. Bei der SPÖ nahm die Aufarbeitung fünf, bei der ÖVP sogar zehn Jahre in Anspruch.

Weitere Beiträge nach der ersten Präsentation
Der Zwischenbericht, der zu Jahresanfang präsentiert werden soll, enthält Analysen zu den FPÖ-Parteiprogrammen, die NS-Vergangenheit von FPÖ-Funktionären und einen Beitrag zur Südtirol-Politik der FPÖ. Außerdem soll für den Endbericht unter anderem noch die Sicht von außen auf die FPÖ beleuchtet und ein Kapitel zur Restitution unter der schwarz-blauen Koalition in der Ära Wolfgang Schüssel folgen.

„Wir warten auch noch Bewertungen von Gelehrten aus Israel und ein Gespräch mit dem Restitutionsbeauftragten des US State Department ab“, sagt FPÖ-„General“ Vilimsky.

Sandra Schieder, Kronen Zeitung

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