05.11.2018 07:44 |

„Wie ein Tsunami“

Dammbruch: Tausende Fische im Schlamm erstickt

Schon eine Woche lang wird nach dem schweren Unwetter in Kärnten aufgeräumt. Jeden Tag wird das Ausmaß der verheerenden Schäden deutlicher. Zu den vielen Opfern des Dammbruchs im Gailtal gehört auch eine Fischzucht. Dort erstickten Tausende Fische - insgesamt sechs Tonnen - im Schlamm.

Seit Sonntagfrüh fließt die Gail bei Waidegg wieder in ihrem Flussbett. Das Leck im Damm konnte behelfsmäßig geschlossen werden. Hubschrauber des Bundesheeres hatten dafür 80 Panzerigel und 220 „Big Bags“ (mit Schotter gefüllt) eingeflogen. Diese wurden in der fast 200 Meter großen Lücke abgesetzt.

Durch den Dammbruch schwer getroffen wurde neben den Bewohnern der Ortschaft Rattendorf auch die Fischzucht Zerza in Jenig. „Eine meterhohe Flutwelle hat uns überschwemmt. Es traf uns wie ein Tsunami. Zum Glück war mein Mann im ersten Stock des Hauses. Nicht auszudenken, wenn er auf dem Gelände gewesen wäre", berichtet Sonja Trojer, die seit 1991 mit ihrem Mann die Fischzucht samt Restaurant betreibt.

„Sechs bis sieben Tonnen Fisch sind im Schlamm erstickt. Wir konnten höchstens 300 Kilo retten. Alle verendeten Fische liegen auf dem Gelände herum. Es ist schrecklich. Das Restaurant und die übrigen Gebäude sind schwer beschädigt“, zieht die verzweifelte Fischzucht-Betreiberin erste Bilanz.

Auch im Lesachtal sind Existenzen bedroht. Bürgermeister Johann Windbichler war am Sonntag mit Statikern und anderen Experten unterwegs, um die Brücken und Hänge zu kontrollieren, auch die Häuser, wo Muren abgegangen sind.  „Der Neubau der Straße nach Maria Luggau wird wohl Monate dauern. Deshalb brauchen wir dringend einen Ersatz-Forstweg“, erklärt Windbichler. „Wir stehen kurz vor dem Winter im Lesachtal. Wir müssen wenigstens die notwendigste Infrastruktur schaffen.“

In der Gemeinde Mörtschach wurde am Sonntag die Zivilschutzwarnung aufgehoben. Auch hier gehen die Aufräumarbeiten weiter.

Claudia Fischer
Claudia Fischer
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