Do, 13. Dezember 2018

Experten decken auf:

21.09.2018 10:27

Rauchen kostet 13.000 Leben und 2,41 Mrd. Euro!

Neben fast 13.000 Todesfällen pro Jahr schädigt das Rauchen die österreichische Wirtschaft enorm: Pro Jahr fallen Kosten von unglaublichen 2,4 Milliarden Euro oder 0,68 Prozent des Bruttoinlandsproduktes an. Selbst bei Abzug der Tabaksteuereinnahmen von rund 1,8 Milliarden Euro bleiben noch gut 665 Millionen Euro an Nettokosten pro Jahr übrig - eine allerdings noch optimistische Berechnung, denn die wahren Nettokosten dürften leicht rund eine Milliarde Euro betragen.

Die Berechnungen wurden von Experten des Instituts für Höhere Studien um Thomas Czypionka im Vorfeld des „Don‘t smoke“-Volksbegehrens angestellt. „Rauchen ist für 16 Prozent der Sterbefälle in Österreich verantwortlich, darunter auch für 230 Sterbefälle jährlich durch das Passivrauchen. Rauchen verursacht erhebliche Kosten für die Gesellschaft: rund 2,41 Milliarden Euro oder 0,7 Prozent des BIP. Selbst bei Gegenrechnung mit Einsparung bei Alterspensionen (weil Raucher und Passivraucher früher sterben; Anm.) sowie Tabaksteuereinnahmen verbleiben jährliche Nettokosten von rund 665 Millionen Euro oder 0,2 Prozent des BIP“, stellen die Gesundheitsökonomen in ihrer am Freitag präsentierten Untersuchung fest.

In einer Vorgängerstudie im Jahr 2008 hatte das IHS die Gesamtkosten für das Rauchen in Österreich für das Jahr 2003 mit 1,64 Milliarden Euro taxiert. Seither sind die Berechnungsmethoden aber besser geworden.

Fast 13.000 Tote pro Jahr
Pro Jahr sterben demnach geschätzte 12.840 Menschen in Österreich direkt oder indirekt am Tabakkonsum (8010 Männer, 4830 Frauen). Davon entfallen rund 230 Sterbefälle auf Passivrauchen inklusive der Tod von elf Kindern innerhalb des ersten Lebensjahres, wie die Gesundheitsökonomen feststellten. Männer, die rauchen, haben eine um durchschnittlich 7,5 Jahre verringerte Lebenserwartung, Frauen eine um 6,3 Jahre reduzierte. Bei den Passivrauchern - um deren Schutz geht es vor allem beim „Don‘t smoke“-Volksbegehren von 1. bis 8. Oktober - ist die Lebenserwartung immerhin auch noch um 0,6 Jahre reduziert. Das zeigen die Berechnungen der IHS-Experten.

Rauchen ist grobes Verlustgeschäft
Die türkis-blaue Bundesregierung, welche das von der ÖVP ehemals mitbeschlossene Gastro-Rauchverbot wieder gekippt hat, erwartet von der von ihr geplanten Zusammenlegung der Krankenkassen auf fünf Sozialversicherungsträger in den kommenden Jahren Einsparungen von einer Milliarde Euro, was von Kritikern bezweifelt wird. Allein aber 630,5 Millionen Euro kostete laut dem IHS das Rauchen im Jahr 2016 in Österreich an direkten medizinischen Kosten. Direkte nicht-medizinische Kosten (z. B. Krankengeld, Pflegeausgaben, Invaliditätspension etc.) machten 197,5 Millionen Euro aus. Die indirekten Aufwendungen (Krankenstände, verminderte Erwerbstätigkeit, vorzeitige Sterblichkeit etc.) machten schließlich 1,492 Milliarden Euro aus.

Damit erreichen die volkswirtschaftlichen Verluste, welche durch den Tabakkonsum in Österreich zu verbuchen sind, 2,41 Milliarden Euro. Die Tabaksteuereinnahmen betrugen 2016 hingegen knapp 1,84 Milliarden. Euro. Die Nettokosten betragen somit rund 665 Millionen Euro.

Vergleich mit Finnland
Die IHS-Gesundheitsökonomen haben auch eine Modellrechnung mit einem Vergleich zu Finnland durchgeführt. Eine Angleichung des Raucherniveaus in Österreich auf jenes von Finnland (mit rund 50 Prozent weniger Rauchern) würde in etwa jenes Einsparungspotenzial bringen, das die österreichische Bundesregierung von ihren Sozialversicherungs-Strukturreformen erwartet. „Durch Senkung der Prävalenzraten (Anteil der Raucher/Passivraucher; Anm.) auf Niveau Finnland könnten jährliche 1,05 Milliarden Euro (...) eingespart werden (...).“

In der Unterstützungserklärungsphase für das Volksbegehren wurden bereits 591.146 Unterschriften für ein Rauchverbot in der Gastronomie gesammelt. Initiiert wurde das Volksbegehren von Krebshilfe und Ärztekammer.

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