Sa, 17. November 2018

Vor Singapur

15.09.2018 07:27

Hamilton: „Ich denke jede Minute an den WM-Titel“

Bevor es in der Nacht in das für 100.000 Fans in der Marina Bay elektrisierende Qualifying geht, bauen sich in den Boxen der drei Top-Teams Mercedes, Ferrari und Red Bull drei echte Giganten auf, die an mentaler Stärke nicht zu übertreffen sind und auch mit gezielten Psycho-Sprüchen ihre Gegner Schachmatt setzen wollen.

Den Vorwurf, dass Reisen nach Schanghai und New York, um dort sein eigenes Modelabel zu präsentieren, der Vorbereitung schaden würden, schmetterte Lewis Hamilton ab. „Im Gegenteil, das stimuliert mich zusätzlich, ich tanke daraus mehr Energie als andere beim Training“, rechtfertigte sich der WM-Leader und fügte hinzu: „Ich denke auf dem Catwalk, nein, falsch, ich denke in jeder Minute ans Rennfahren, an die Weltmeisterschaft. Und natürlich daran, wie ich dieses Rennen in Singapur gewinnen kann.“

Vettel Favorit
Bei den Buchmachern gilt allerdings Sebastian Vettel im Ferrari mit 1:1,75 als Top-Favorit. Und der schert sich nichts um die „Silberpfeile“, sagt klipp und klar: „Mich kümmert es überhaupt nicht, was die anderen machen. Ich weiß, dass ich ein gutes Auto habe, mit dem ich hier gewinnen kann - und wenn ich ein Spielzeug habe, das nach meinen Vorstellungen funktioniert,  mach ich mir auch keine großen Sorgen.“ Vettel ist sich aber im Klaren, dass mit 30 Zählern Rückstand Singapur zum Schlüsselrennen werden könnte. „Ich bin immer optimistisch, weiß, dass wir die Zukunft beeinflussen können. Der Sieg hier ist in Reichweite, und ich will ihn auch holen, weil ich am Ende der Beste sein will!“

Richtig aufgezuckert
Aufpassen muss das Superduo aber auf Red Bull, speziell auf Max Verstappen. Der „fliegende Holländer“ ist nach seiner Strafe in Monza (zwei Plätze zurück, weil er Bottas behinderte) richtig aufgezuckert. „Wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, werde ich sehr wütend,“, polterte „Mad Max“ und warf der Konkurrenz den Fehdehandschuh vor die Reifen. „Wir haben sicher einen Leistungsnachteil, aber wenn ich die Chance auf  Sieg oder  Podestplatz habe, werde ich versuchen, diese mit dem Messer zwischen den Zähnen zu nützen - mit aller Aggressivität!“

Richard Köck/Singapur (Kronen-Zeitung)

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