Do, 13. Dezember 2018

Rapid zuversichtlich

10.08.2018 11:32

„Ausgangsposition hätte schlechter sein können“

Für Rapid ist das Europacup-Comeback am Donnerstagabend alles andere als wunschgemäß verlaufen. Die Hütteldorfer müssen nach der durchaus verdienten 1:2-Niederlage bei Slovan Bratislava im Hinspiel der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League um den Play-off-Aufstieg bangen. Trotz erschwerter Ausgangslage herrscht im Lager der Wiener aber weiterhin Zuversicht.

„Die Ausgangsposition hätte schlechter sein können, aber auch besser, sie ist okay. Die Chancen stehen 50:50“, erläuterte Rapid-Trainer Goran Djuricin. Tatsächlich schaut es dank des erzielten Auswärtstores nicht ganz so schlecht aus. Rapid ist zwar im Allianz Stadion am Donnerstag (Anpfiff um 20.30 Uhr) zum Siegen gezwungen, ein 1:0 würde aber bereits das Weiterkommen bringen.

Sonnleitner von Aufstieg überzeugt
„Wir haben verloren, aber wir haben das Auswärtstor geschossen“, sagte Abwehr-Routinier Mario Sonnleitner. Die Hoffnung auf einen positiven Ausgang in seinem 300. Pflichtspiel im Rapid-Dress erfüllte sich nicht. „Das war mein 47. Europacup-Spiel. Selten habe ich auswärts gewonnen, deswegen ist das überhaupt kein Beinbruch. Daheim ist noch alles drinnen“, ist der 31-Jährige nach wie vor positiv gestimmt. Guter Dinge ist auch Kapitän und 0:1-Torschütze Stefan Schwab: „Wir laufen einem Tor hinten nach, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass wir das zu Hause drehen werden.“

Dafür müssen sich die laut Djuricin in den ersten 25 Minuten richtig starken Rapidler deutlich steigern. Die Slovan-Offensive stellte Schwab und Co. im alten Stadion Pastieny immer wieder vor große Probleme. Rapid leistete sich Eigenfehler in der Defensive in den entscheidenden Momenten und ließ vorne die nötige Effizienz vermissen. Deshalb bedarf es mehr als eines Spazierganges, um die erste von zwei Hürden auf dem Weg zum angestrebten Saisonziel Gruppenphase zu nehmen.

„Wir waren in der Defensive nicht immer stabil, immer wieder hat die Abstimmung nicht gepasst“, analysierte Djuricin. Die druckvolle und gefährliche Slovan-Mannschaft sei nach der Pause überlegen gewesen. „Deshalb geht die Niederlage in Ordnung“, sagte Rapids Trainer.

Probleme durch die Flügelzange
Für die Slowaken war es bereits der siebente Sieg im achten Saison-Pflichtspiel, sie untermauerten ihre Offensivstärke, vor der Djuricin im Vorfeld gewarnt hatte. „Man muss sagen, dass sie mit Moha und Cavric schon sehr gefährlich sind. Die Flügelzange hat uns richtig Probleme gemacht“, analysierte der Wiener. Vom 24-jährigen Marokkaner Moha war auch Schwab begeistert: „Ein Spieler wie Moha läuft nicht überall herum, der hat überragende Qualität.“

Auch deshalb sei es defensiv eine weitaus schwierigere Aufgabe gewesen, als in den ersten Saisonspielen in Liga und ÖFB-Cup. „Das war der erste Gradmesser. Nichts gegen Altach und Admira, aber die stellen sich nur hinten rein“, sagte auch Sonnleitner. Die Hausherren seien allerdings in der Defensive genauso wie Rapid „nicht sattelfest“ gewesen. Das Spielglück war aber auf ihrer Seite.

„Das tut schon weh“
Bei einem herrlichen Weitschuss von Christoph Knasmüllner aus dem Mittelkreis (27.) bewahrte die Latte Slovan vor dem 0:2. Gleich nach Wiederbeginn scheiterte Veton Berisha (48.) bei einer Topchance am starken Tormann Dominik Greif, und fast im Gegenzug bugsierte Rapids Mateo Barac (49.) den Ball bei einem Klärungsversuch zum Endstand unglücklich ins eigene Tor. „Wenn du weißt, du hättest führen können und machst ein Eigentor - das tut halt schon weh. Das war so eine Schlüsselszene“, meinte Djuricin.

In der Folge war Slovan dem 3:1 näher, allerdings nur bis zur 83. Minute in der Deni Alar mit einem Elfmeter an Greif scheiterte. „Das kann jedem passieren“, nahm Rapids Coach den Ex-Grazer in Schutz. Er verzichtet darauf, einen Elfmeter-Schützen zu bestimmen. „Ich will das nicht bestimmen. Das können sie sich selber ausmachen, wer mehr Selbstvertrauen hat“, sagte Djuricin.

Laut Schwab habe sich Alar, der den strittigen Elfmeter herausgeholt hatte, gut gefühlt und das Tor unbedingt machen wollen. „Leider hat er verschossen, aber das hätte mir auch passieren können“, gab es auch vom Kapitän keine Vorwürfe. Doppelt bitter für Rapid: Nach dem Elfer wurde ein Alar-Kopfball wohl hinter der Linie von den Slowaken geklärt, Schiedsrichter Pawel Raczkowski gab den Treffer nicht. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass er drinnen war, aber es war für den Linienrichter schwer zu sehen“, merkte Schwab an.

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