Sa, 18. August 2018

„Alles zu viel“

21.06.2018 12:15

Rettungseinsatz: Große Sorge um Norbert Hofer

Am Dienstagabend haben Polizei und Feuerwehr zur Wiener Wohnung von FPÖ-Infrastrukturminister Norbert Hofer ausrücken müssen. Nachdem ein Handy aus dem Fenster der Wohnung gefallen war und Passanten die Polizei darauf aufmerksam gemacht hatten, eilten die Einsatzkräfte zur angegebenen Adresse in der Josefstadt. Da auch nach mehrmaligem Läuten niemand aufmachte, brach die Feuerwehr die Tür zur Wohnung auf - und fand einen kollabierten Minister vor.

Hofer soll am Fenster telefoniert haben, als ihm plötzlich schlecht wurde, heißt es aus seinem Umfeld. Der 47-Jährige sei desorientiert und kaum ansprechbar gewesen, wurde sofort der Rettung übergeben und von dieser erstversorgt. Der besondere Druck, die Hitze der letzten Tage - das alles soll ihm einfach zu viel geworden sein, sagen Insider gegenüber krone.at.

Hofer habe bereits während des Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 2016 zwei Mal wegen Kreislaufproblemen pausieren müssen.

„Einige Tage Ruhe“
Der Infrastrukturminister befindet sich zwar wieder auf dem Weg der Besserung. Dennoch verordnete der Arzt dem FPÖ-Politiker einige Tage Ruhe. Aus diesem Grund fehlte Hofer am Mittwoch beim Regierungsausflug nach Linz.

Nach Bekanntwerden des Zwischenfalls ereilten Hofer zahlreiche Genesungswünsche über soziale Medien. Für die Nachrichten hat sich der erkrankte Minister auf Twitter bedankt: „Ich bedanke mich für die vielen Genesungswünsche und hoffe, dass ich bald wieder bei Kräften bin.“

In einer Aussendung teilte Hofer mit, dass er auf Anraten der Ärzte seine restlichen Termine diese Woche abgesagt habe, um sich vollständig erholen zu können. Außerdem bat er darum, seine Privatsphäre zu respektieren. Weiters dankte Hofer den Einsatzkräften, „die mir in dieser Situation geholfen haben“. Die Rettungskette sei rasch in Gang gesetzt worden, ein Krankenhausaufenthalt nicht notwendig gewesen.

Politik als Krankmacher
Offenbar wird der Stress in der Politik immer mehr zum Krankmacher. Mit Hofer geht die Serie ministerieller Krankheitsfälle innerhalb kurzer Zeit weiter: Nach Josef Moser (Justiz) hieß es für Hartwig Löger (Finanzen) und Außenministerin Karin Kneissl schon „Bett statt Kabinett“.

Arzt im krone.tv-Talk: Minister hüten das Bett - warum die Politik krank macht

Während sich Hofer nun in seinem Heimatort Pinkafeld im Burgenland erholt, geht für die Regierung der stressige Alltag bis zur Sommerpause des Parlaments Anfang Juli weiter. Ein Termin jagt den anderen. Die wichtigsten Programmpunkte in dieser Woche sind das Treffen der Visegrad-Staaten mit Bundeskanzler Sebastian Kurz in Budapest und am Wochenende ein EU-Sondergipfel in Brüssel, bei dem es um Maßnahmen gegen die Weiterreise von Flüchtlingen zwischen EU-Staaten gehen wird.

 krone.at
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