Mi, 12. Dezember 2018

Nach 18 Jahren

18.05.2018 11:01

Ära Leitl zu Ende: Mahrer neuer WKÖ-Präsident

Nach 18 Jahren ist am Freitag bei der Wirtschaftskammer eine Ära zu Ende gegangen: Christoph Leitl übergab das Präsidentenamt an seinen Nachfolger Harald Mahrer. „Ein Kapitel geht zu Ende“, sagte Leitl in seinen letzten offiziellen Worten als WKÖ-Präsident im Beisein von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und einem etwas verspäteten Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ), dessen Kommen Leitl eigens „Respekt, dass du kommst“ abrang.

„Das Buch des Lebens schreibt nach Kapiteln. Wenn ein Kapitel zu Ende ist, wird das Buch aber nicht zugeschlagen, ein neues Kapitel beginnt. Wann immer man ein neues Kapitel aufschlägt, man neue Erfahrungen macht, Aktivitätsfelder wechselt, dann ist auf einer Seite Wehmut des Abschieds - auf der anderen aber Neugier auf neue Herausforderungen gegeben“, sagte Leitl. Seinem Nachfolger Mahrer, der den passenden „Team-Spirit“ für die Aufgabe mitbringe, wünschte Leitl viel Glück. „Du hast hier ein Haus, das in den entscheidenden Momenten bei Aus- und Weiterbildung Hervorragendes leistet. Du hast ein Netzwerk in die ganze Welt.“

Leitl zu US-Zöllen: „Dürfen uns nicht erpressen lassen“
Die Wirtschaftskammer stehe gut da, betonte Leitl. Zur Sozialpartnerschaft sagte Leitl, dass es ein Stück österreichische Identität sei, durch ein Miteinander die Dinge besser zu machen. So könne man mehr bewegen, auch mehr bewegen als mit guten Einzelstücken. Zur Lage zwischen Europa und den USA zeigte sich der nunmehrige Ex-WKÖ-Präsident alarmiert: „Wir sind keine Hampelmänner und wir dürfen uns schon gar nicht erpressen lassen.“ Es brauche eine Partnerschaft auf Augenhöhe.

Den Delegierten und den Mitgliedern des WKÖ-Präsidiums sprach er einen herzlichen Dank aus. Seiner Mutter dankte Leitl besonders: Sie sei mit 92 Jahren noch immer ein neugieriger Mensch.

Mahrer wirft AK und ÖGB „Gräuelpropaganda“ vor
Der neue WKÖ-Präsident will seinen eigenen Worten nach „Wirtschaft neu denken“. „Das Fundament unserer Wirtschaft ist das freie Unternehmertum, das wirtschaftliche Denken und Handeln. Deshalb brauchen wir mehr Freiräume für unsere Betriebe - von spürbarer Entlastung bis hin zu mehr Flexibilität. Wirtschaft ist unteilbar, ob KMU oder Industriebetrieb oder regional oder international“, so Mahrer. Punkto Arbeitszeitflexibilisierung meinte Mahrer, es sei eine urbane Legende, dass Arbeitnehmer keine Flexibilisierung wollten. Eine Lösung wäre hier „sehr dringend“ nötig. Den Arbeitnehmervertretern von Arbeiterkammer und ÖGB warf er in diesem Zusammenhang eine „Gräuelpropaganda“ vor.

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